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R e us s.
Offenbar wurde hier durch einen langsamen Auflösungsprocess
das Schwefelblei entfernt und eben so allmählich dessen Stelle durch
sich niederschlagendes Rothmanganerz eingenommen.
3. Kalkspath nach Granat.
Diese schöne Pseudomorphose, von der schon Sillem(l. c.
Pag. öl6) ein wiewohl weniger ausgezeichnetes Beispiel anführt,
stammt von Arendal und wird in der fürstlich Lobkowitz’schen
Sammlung zu Bilin aufbewahrt, wo ich sie durch die Güte des Herrn
Custos Rubesch zu untersuchen Gelegenheit hatte.
Die zu einer Druse vereinigten Afterkrystalle sitzen auf einem
körnigen Gemenge von braunem Granat, Kalkspath und Magneteisen,
in welchem einzelne Krystalle von braunem Granat eingewachsen sind.
Sie sind scharfkantig und glattflächig, aber wenig glänzend und stellen
Combinationen eines Leucitoeders mit einem Tetrakontaoktaeder —
ersteres vorwaltend — dar, und selbst die den Combinationskanten
beider Gestalten parallele Streifung ist noch vollkommen erhalten.
Sie bestehen aus graulichweissem Kalkspath und zwar jede
Pseudomorphose aus einem einzigen Kalkspathindividuum, indem die
Theilbarkeit ununterbrochen durch die ganze Masse hindurchgeht.
Es besitzen jedoch die Theilungstlächen keine bestimmte constante
Lage gegen die Flächen des Leucitoeders.
Nur den Kern der Pseudomorphosen bildet eine unregelmässige
körnige Partie braunen durchscheinenden Granates.
Unmittelbar auf der Oberfläche der Afterkrystalle liegt eine
kaum ’/V" dicke Haut von braunem Granat, die auf der Aussenfläche
ebenfalls glatt ist und sich von dem unterliegenden Kalkspath
leicht und vollkommen absprengen lässt, ohne dass die Krystallform
im geringsten beschädigt würde. Die Farbe dieses Granathäutchens
ist eine lichter braune, als jene der Granatkerne.
Man muss hier offenbar mehrere Bildungsstadien annehmen,
eines, in welchem der Granat durch den Kalkspath allmählich verdrängt
wurde, und ein zweites, in dem sich später das Granathäutchen um
die an der Oberfläche schon epigenisirten Krystalle legte.
In einem dritten noch späteren Zeiträume scheint die ganze
Druse wieder mit theilbarem , graulichweissem Kalkspath überdeckt
worden zu sein. Wenigstens sieht man noch jetzt stellenweise, besonders
da wo die einzelnen Pseudomorphosen zusammenstossen,
einen solchen Überzug.