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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Fitzing'er.  Versuch  einer  Geschichte

der  Hof-Burg  anstossenden  Glashäusern,  auf  der  über  dem  sogenannten ­
  Augustiner-Gange  gelegenen  Terrasse  gegen  die  Augustiner-Bastei ­
  angelegt  hatte,  Veranlassung  zu  ihrer  Gründung  gab.
Bald  ward  dieselbe  mit  einigen  Alfen  und  anderen  kleineren  Säugethieren
  vermehrt,  bis  sie  nach  und  nach  zu  einer  bedeutenderen
Grösse  heranwuchs.
Die  Obsorge  und  Leitung  über  diese  Thiersammlung  wurde
dem  kaiserlichen  Hof-Gärtner  FranzAntoine  übertragen,  welcher
dieselbe  mit  seltenem  Eifer  und  besonderer  Sachkenntnis  pflegte.
Als  1820  die  Anlage  des  neuen  Burggartens  vollendet  war,
wurden  auch  einige  Gemächer  in  den  Gebäuden  desselben  für  diese
Menagerie  bestimmt;  da  hei  den  reichhaltigen  Sendungen  der  naturhistorischen ­
  Expedition,  welche  der  Kaiser  im  Jahre  1817  nach
Brasilien  abgesendet  hatte,  der  seither  zur  Aufnahme  von  lebenden
Thieren  benützte  Baum  in  den  Gewächshäusern  der  Terrasse  nicht
mehr  zureichend  war  und  eine  Vermehrung  der  Localitäten  dringend
nothwendig  erschien.
Der  Kaiser  hatte  diese  Sammlung  so  lieb  gewonnen,  dass  er
sie  fast  täglich  besuchte  und  allein  oder  im  Kreise  seiner  Familie
mehrere  Stunden  daselbst  zubrachte.  In  der  Betrachtung  derselben
suchte  und  fand  dieser  den  Naturwissenschaften  besonders  hold  gewesene ­
  Monarch  Erholung  von  seinen  Mühen  und  nicht  selten  auch
Erheiterung  in  so  mancher  trüben  Stunde.
Nach  dem  Tode  des  kaiserlichen  Hof-Gärtners  Franz  Antoine
1834,  wurde  dessen  Sohne,  dem  kaiserlichen  Hof-Gärtners-Adjuncten
  Franz  Antoine,  die  Pflege  dieser  Sammlung  anvertraut.
Bald  nach  dem  Regierungs-Antritte  Seiner  Majestät  Kaisers
Ferdinand  I.  aber,  ist  diese  Menagerie  und  zwar  noch  im  Jahre
1835,  gänzlich  aufgehoben  worden.  Der  Best  der  noch  vorhanden
gewesenen  Thiere  kam  nach  Schönbrunn  und  nur  ein  weissstirniger
  Maki  (Lemur  albifronsj  und  ein  gehaubter  Capuciner-Affe
  (Cebus  frontatus),  der  sich  schon  seit  dem  Jahre  1811
daselbst  befand  und  erst  im  August  1852  abgestorben  ist,  nachdem
er  41  Jahre  in  dieser  Menagerie  gelebt  hatte,  blieben  nebst  einigen
Vögeln,  die  bis  1842  auch  spärlich  vermehrt  wurden,  auf  der  1errasse
  des  k.  k.  Hof-Burggartens  zurück.
Das  nachstehende  Verzeichniss  liefert  eine  Aufzählung  aller  in
dieser  Menagerie  gehaltenen  Thiere;  es  waren  83  Arten  von  Säuge-
            
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