Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  einige  noch  nicht  beschriebene  Pscudomorphosen.

61

Umwandlung  bald  mehr,  bald  weniger  in  die  Tiefe  greift.  Bei  dem
grossen  Krystalle  sind  die  meisten  Flächen  schon  in  ihrer  ganzen
Ausdehnung  mit  einer  Schichte  von  Kupferlasur  überzogen.  —  An
mehreren  der  in  der  derben  Masse  eingewachsenen  Malachitpartien
unterscheidet  man  noch  sehr  deutlich  die  Theilbarkeit  des  Rotlikupfererzes.

Ebenfalls  von  Cliessy  stammt  das  noch  grössere  Exemplar,  welches ­
  sich  in  der  ausgezeichneten  fürstlich  Lobkowitz’schen  Sammlung
zu  Bilin  befindet.  Auch  hier  liegen  in  einem  dichten  Gemenge  von
Rothkupfererz  und  Brauneisenstein  bis  y 2 "  grosse  Dodekaeder  von
Rothkupfererz,  die  die  verschiedensten  Umwandlungsstufen  in  Malachit ­
  und  besonders  Kupferlasur  wahrnehmen  lassen.
3.  Malachit  nach  Fahlerz.
Von  dieser  Umwandlungs-Pseudomorphose,  welche  Blum  (erster
Nachtrag,  Pag.  118)  von  Bieber  in  Hessen  beschreibt,  besitzt  Herr
Hofrath  v.  Sacher  ein  Exemplar,  von  Kogel  bei  Brixlegg  in  Tirol
herstammend.  In  geradschaligem,  gelblich-  und  röthlichweissem
Baryt,  der  hin  und  wieder  von  Kupferlasurschnüren  durchzogen  wird,
liegen  y g "  grosse  Krystalle  (ö.  ^~)  dunkeln  mercurhaltigen  Antimonfahlerzes, ­
  auf  den  rauhen  glanzlosen  Flächen  mit  einem  dünnen
Überzug,  tlieils  von  dunkelbraunschwarzer  Kupferschwärze,  theils
von  erdigem  Malachit  versehen.  Ein  zerbrochener  Krystall  zeigt
das  Fahlerz  auch  im  Innern  von  dünnen  Lagen  und  einzelnen  kleinen
punktförmigen  Partikeln  von  Malachit  unterbrochen.
4.  Pistazit  nach  Granat.
Von  dieser  Pseudomorphose,  die  Blum  (zweiter  Nachtrag,
pag.  11)  von  Auerbach  an  der  Bergstrasse  anführt,  habe  ich  in  der
fürstlich  Lobkowitz’schen  Sammlung  zu  Bilin  ein  Exemplar  gefunden ­
  ,  welches  von  Arendal  in  Norwegen  stammt.  Auf  dichtem
Oligoklas  und  einem  feinkörnigen  Gemenge  von  Granat  und  Epidot
sitzt  eine  Druse  von  bis  y 3 "  grossen  Krystallen  schwarzbraunen
Granates  CD.CO.  Sie  sind  an  der  Oberfläche  meistens  rauh,  stellenweise ­
  wie  angefressen.  Einzelne  zeigen  bloss  hin  und  wieder,
andere  ringsum  eine  Rinde  feinkörnigen,  ölgrünen  Pistazits,  der
verschiedentlich  tief  in  die  Granatmasse  eindringt  und  fest  damit
zusammenhängt,  so  dass  an  einer  allmählichen,  von  aussen  nach
innen  fortschreitenden  Umwandlung  des  Granales  in  Pistazit  sich
nicht  zweifeln  lässt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.