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R eu s s.
vorliegendenExemplare aus dem k. k. Universitäts-Mineraliencabinete
sind auf geradschaligem Schwerspathe, der an freien Stellen in parallel
gehäuften dünnen Tafeln angeschossen ist, bis 5 / 4 " grosse
Bleiglanzoktaeder aufgewachsen. Im Innern bestehen sie noch aus
vollkommen theilbarem Bleiglanz. Von der Oberfläche aus bis zu
2 — 3'" Tiefe haben sie jedoch bedeutende Veränderungen erlitten.
Sie bieten dort nämlich eine sehr poröse zellig-drusige Masse dar,
die sich bei genauerer Untersuchung aus einem Gemenge von Bleiglanz
und Weissbleierz zusammengesetzt zeigt und in allen Höhlungen
mit tlieils sehr kleinen, theils 1 — i/V" grossen, dem freien
Auge erkennbaren Kryställchen von Weissbleierz bedeckt ist. Solche
kleine Krystalle bilden hie und da auch eine dünne Rinde auf dem
Schwerspath und selbst jede Spalte desselben ist mit Weissbleierz
ganz oder theilweise ausgefüllt. Offenbar hat die Umwandlung der
Bleiglanzkrystalle an der Oberfläche begonnen und das dadurch entstandene
kohlensaure Bleioxyd hat sich nicht nur auf den Bleiglanzoktaedern,
mit Beibehaltung der wenn auch nur rohen Form derselben,
abgesetzt, sondern sieb auch weiter über die Grenze derselben
hinaus verbreitet, indem sich seine Krystalle in der ganzen Umgebung,
wo irgend ein freier Raum geboten war, bildeten; — eine
Erscheinung, die sich überall, wo Weissbleierz als Epigenese des
Bleiglanzes auftritt, wiederholt.
2. Kupferlasur nach Rothkupfererz.
Von dieser seltenen Pseudomorphose führt schon Blum (1. c.
pag. 30) ein Beispiel an, ohne dass aber ihr Fundort näher bekannt
wäre. Ein sehr schönes Exemplar von Chessy bei Lyon bewahrt Herr
Hofrath v. Sacher in seiner Sammlung. In einem Gemenge von
Rothkupfererz, Malachit und Kupferlasur, welche beide letzteren
wahrscheinlich ebenfalls epigenetisch aus dem erstem entstanden,
sind mehrere kleinere und ein etwa 1 / 2 " grosser Krystall (Z>.0)
eingewaebsen. An mehreren, in der Quere zerbrochenen erkennt
man die innere Beschaffenheit deutlich. Einzelne bestehen noch ganz
aus Rothkupfererz, andere sind schon durchgehends in blaues Kupferoxyd-Carbonathydrat
umgewandelt; wieder andere, und darunter
auch der grösste Krystall, zeigen die mannigfaltigsten Mittelstufen
zwischen diesen beiden Extremen. Auf den sehr ebenen und glatten
Krystallflächen sieht man nämlich viele unregelmässige Flecken,
die theils aus Malachit, theils aus Kupferlasur bestehen, welche