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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  einige  noch  nicht  beschriebene  Pseudomorphosen.

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für  Serpentin  gehalten  wurde,  als  Neubildungen  betrachten,  entstanden ­
  während  der  Ablagerung  des  sie  einschliessenden  Conglomerates,
welche  die  vorhandenen  Pyrope  und  deren  Trümmer  aufnahmen  und
umhüllten,  ohne  dass  sie  aber  auf  den  Namen  von  Umwandlungsproducten
  des  Pyropes  einen  Anspruch  zu  machen  hätten.
Ebenso  wenig  kann  ich  den  Miemit,  der  bei  Kolosoruk  in  Gesellschaft ­
  von  Quarz  und  Hyalith  so  häufig  die  Klüfte  im  Basalt  ausfüllt,
für  eine  Pseudomorphose  nach  Kalkspath,  wie  Sillem  (Pag.  517)
will,  gelten  lassen.  Wie  mehrfache  chemische  Analysen  nachgewiesen ­
  haben,  bestehen  die  dort  vorkommenden  Krystalle,  krystallinischen
  Rinden  und  nachahmenden  Gestalten  ■—  besonders  schöne
aufgewachsene  Kugeln  —  ganz  aus  Dolomit,  ohne  Spur  von  Kalkspath. ­
  Durch  die  einzelnen  Krystalle  —  oft  sehr  stark  gekrümmte,
selbst  ganz  kugelige  Rhomboeder  —  geht  die  rhomboedrische  Theilbarkeit
  ohne  alle  Unterbrechung  hindurch,  selbst  wenn  die  Oberfläche
drüsig  erscheint.  Das  Mineral  ist  durchaus  frisch,  mit  glänzenden,
oft  gekrümmten  Theilungsflächen,  ohne  die  leiseste  Spur  einer  erlittenen ­
  Umwandlung.  Der  Miemit  muss  also  wohl  ohne  Zweifel  für
eine  ursprüngliche  Bildung  angesehen  werden,  und  ich  kann  der  auch
von  Blum  (zweiter  Nachtrag,  Pag.  G)  in  Erinnerung  gebrachten  Haidinger’s.chen
  Mahnung:  „dass  man  bei  dem  Studium  der  Pseudomorphosen ­
  der  Natur  den  Vortritt  vor  der  Autorität  gönnen  und  sich
vor  Angaben  hüten  müsse,  die  nicht  auf  überzeugender  Untersuchung
beruhen’’  nur  aus  ganzem  Herzen  beistimmen.

leb  erlaube  mir,  den  auf  den  vorstehenden  Seiten  beschriebenen
böhmischen  Pseudomorphosen  noch  die  Schilderung  einiger  aus  anderen ­
  Ländern  stammender,  die  entweder  noch  gar  nicht  oder  doch
nicht  von  den  betreffenden  Fundorten  bekannt  geworden  sind,  hinzuzufügen.
  Ich  habe  sie  erst  in  der  jüngsten  Zeit  in  den  mir  auf  die
liberalste  Weise  zur  Einsicht  und  Benützung  geöffneten  Sammlungen
aufzufinden  Gelegenheit  gehabt.
I.  Umwandlungs-Pseudom  orphosen.
1.  Weissbleierz  nach  Bl  ei  glanz.
Bei  Bleiberg  in  Kärnthen  kommen  in  Begleitung  von  Schwerspath
  und  von  zum  Theile  in  grossen  Skalenoedern  krystallisirtem
Kalkspath  häufig  Bleiglanz  und  Weissbleierz  vor.  Ersterer  erscheint,
wenn  er  krystallisirt  ist,  gewöhnlich  in  Oktaedern.  Auch  auf  dem
            
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