Über einige noch nicht beschriebene Pseudomorphosen.
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für Serpentin gehalten wurde, als Neubildungen betrachten, entstanden
während der Ablagerung des sie einschliessenden Conglomerates,
welche die vorhandenen Pyrope und deren Trümmer aufnahmen und
umhüllten, ohne dass sie aber auf den Namen von Umwandlungsproducten
des Pyropes einen Anspruch zu machen hätten.
Ebenso wenig kann ich den Miemit, der bei Kolosoruk in Gesellschaft
von Quarz und Hyalith so häufig die Klüfte im Basalt ausfüllt,
für eine Pseudomorphose nach Kalkspath, wie Sillem (Pag. 517)
will, gelten lassen. Wie mehrfache chemische Analysen nachgewiesen
haben, bestehen die dort vorkommenden Krystalle, krystallinischen
Rinden und nachahmenden Gestalten ■— besonders schöne
aufgewachsene Kugeln — ganz aus Dolomit, ohne Spur von Kalkspath.
Durch die einzelnen Krystalle — oft sehr stark gekrümmte,
selbst ganz kugelige Rhomboeder — geht die rhomboedrische Theilbarkeit
ohne alle Unterbrechung hindurch, selbst wenn die Oberfläche
drüsig erscheint. Das Mineral ist durchaus frisch, mit glänzenden,
oft gekrümmten Theilungsflächen, ohne die leiseste Spur einer erlittenen
Umwandlung. Der Miemit muss also wohl ohne Zweifel für
eine ursprüngliche Bildung angesehen werden, und ich kann der auch
von Blum (zweiter Nachtrag, Pag. G) in Erinnerung gebrachten Haidinger’s.chen
Mahnung: „dass man bei dem Studium der Pseudomorphosen
der Natur den Vortritt vor der Autorität gönnen und sich
vor Angaben hüten müsse, die nicht auf überzeugender Untersuchung
beruhen’’ nur aus ganzem Herzen beistimmen.
leb erlaube mir, den auf den vorstehenden Seiten beschriebenen
böhmischen Pseudomorphosen noch die Schilderung einiger aus anderen
Ländern stammender, die entweder noch gar nicht oder doch
nicht von den betreffenden Fundorten bekannt geworden sind, hinzuzufügen.
Ich habe sie erst in der jüngsten Zeit in den mir auf die
liberalste Weise zur Einsicht und Benützung geöffneten Sammlungen
aufzufinden Gelegenheit gehabt.
I. Umwandlungs-Pseudom orphosen.
1. Weissbleierz nach Bl ei glanz.
Bei Bleiberg in Kärnthen kommen in Begleitung von Schwerspath
und von zum Theile in grossen Skalenoedern krystallisirtem
Kalkspath häufig Bleiglanz und Weissbleierz vor. Ersterer erscheint,
wenn er krystallisirt ist, gewöhnlich in Oktaedern. Auch auf dem