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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  einige  noch  nicht  beschriebene  Pseudomorphosen.

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zweiten  Schale  umgeben,  die  von  der  ersten  wieder  durch  einen
leeren  Raum  getrennt  ist.  Sie  bildet  in  diesem  Falle  erst  die  äussere
Begrenzung.
In  den  leeren  Zwischenräumen  der  Schalen  kann  man  der  Basis
zunächst  sehr  deutlich  die  Natrolilhnadeln  sehen,  auf  welche  dieKalkspathkrystalle
  aufgewachsen  sind  und  welche  auch  in  die  Kalkspathsubstanz
  selbst  eindringen.
Man  kann  sich  die  Bildung  dieser  eigenthümlichen  Krystalle
wohl  kaum  anders  erklären,  als  wenn  man  annimmt,  dass  sich  um
die  ursprünglichen  Kalkspathrhomboeder  nach  kürzerer  oder  längerer ­
  Zwischenfrist  eine  Schale  aus  demselben  Stoffe  bildete,  die  in
eben  demselben  Verhältnisse  zunahm,  als  der  Kern  von  der  Peripherie ­
  aus  beginnend  allmählich  wieder  aufgelöst  und  v  eggeführt
wurde,  welcher  Process  sich  bei  den  mit  doppelter  Schale  versehenen ­
  Krystallen  später  nochmals  wiederholte.  Der  Zerstörungsprocess
beschränkte  sich  nur  auf  denKalkspath  und  liess  die  Natrolithnadeln,
welche  jetzt  in  den  früher  vom  Kalkspath  eingenommenen  Raum  hineinragen, ­
  unversehrt.  Freilich  dürfte  es  schwierig  sein,  zu  erklären,
warum  die  Zerstörung  eben  nur  den  Kern  des  Krystalles  ergriff  und
nicht  die  eben  in  der  Bildung  begriffene,  aus  derselben  Substanz
bestehende  Schale.
Indem  ich  hier  die  Reihe  der  mir  neuerdings  bekannt  gewordenen ­
  böhmischen  Pseudomorphosen  schliesse,  kann  ich  nicht  umhin,
gegen  drei  Pseudomorphosen,  welche  Sillem  1.  c.  anführt,  einige,
wie  es  mir  scheint,  gerechte  Bedenken  zu  äussern.
Seite  516  wird  von  einer  Pseudomorphose  von  Kalkspath  nach
Pyrop  gesprochen.  In  Serpentin  eingewachsene  Pyropkörner  sind
mit  Kalkspath  umgeben  und  durchwachsen,  und  die  Umwandlung  soll
von  aussen  nach  innen  vorgeschritten  sein.
Ganz  in  dieselbe  Kategorie  gehört  eine  angebliche  Pseudumorpliose
  von  Talk  nach  Pyrop  (1.  c.  Pag.  523),  deren  auch  schon  Blum
in  seinem  trefflichen  Werke  (Pag.  110)  nach  Schüler’s  Angabe
Erwähnung  thut.
Beide  diese  Körper  dürfen  nach  meinen  wiederholten  Untersuchungen ­
  wohl  nicht  den  Pseudomorphosen  beigezählt  werden,  was
sich  aus  der  schon  anderwärts  von  mir  erörterten  Entstehungderselben
unzweifelhaft  ergibt.  Sie  kommen  nicht  nur  im  Serpentin  (wohl  mei-
            
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