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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

JII  Ui  1111

für  den  Telegraphen-Belrieb  in  Österreich.  621
grüner  Farbe  werden  aber  in  Zeit  von  kaum  einer  Minute  dunkelblau
und  später  beinahe  blauschwarz.
Die  auf  beide  Arten  erzeugten  farbigen  Zeichen  sind  zwar  bleibend, ­
  unterliegen  aber  nach  einiger  Zeit  einer  Farbenveränderung,
welche  darin  besteht,  dass  die  bei  Anwendung  von  Jodkalium  anfänglich ­
  violett  erscheinenden  Zeichen  später  gelbbraun  werden,
und  an  Intensität  etwas  abnehmen,  wogegen  bei  den  durch  cyansaures ­
  Kali  in  Verbindung  mit  Salzsäure  und  Kochsalz  erzeugten
Zeichen,  wie  schon  früher  bemerkt  wurde,  der  umgekehrte  Fall
eintritt.  Diese  Änderung  der  Farbe  geschieht  bei  den  auf  die  eine
oder  andere  Art  erzeugten  Zeichen  während  der  allmälichen  Abtrocknung ­
  des  Papierstreifens,  unterbleibt  aber  gänzlich  sobald  das
Papier  trocken  geworden  ist.
Da  in  Bezug  auf  die  in  der  Farbe  der  Zeichen  vor  sich  gehende
Veränderung  es  so  ziemlich  gleichgültig  sein  dürfte,  welche  von
beiden  Arten  man  zur  Imprägnirung  des  Papierstreifens  wählt,  hinsichtlich ­
  des  Grades  der  Leitungsfähigkeit  aber,  und  der  damit  verbundenen ­
  Kosten,  ein  wenn  auch  nicht  bedeutender  Unterschied
obwaltet,  so  glaube  ich  doch  denselben  hier  anführen  zu  sollen,
damit  auch  nicht  der  geringste  auf  die  praktische  Brauchbarkeit  des
Apparates  Einfluss  nehmende  Umstand  unberücksiehtiget  bleibe.
Nach  meinem  Dafürhalten  ist  der  sehr  hohe  Grad  der  Leitungsfähigkeit,
  welchen  bei  Imprägnirung  des  Papiers  mit  cyansaurem
Kali,  Salzsäure  und  Kochlisalz,  die  zur  Benetzung  verwendbare
Flüssigkeit  demselben  ertheilt,  von  der  grössten  Wichtigkeit  in
Bezug  auf  die  Leistungen  des  Apparates,  weil  davon  die  Möglichkeit
abhängt  mit  demselben  auf  sehr  weite  Entfernungen  ohne  bedeutendem ­
  Batterie-Aufwande  zu  correspondiren.  Daher  würde  ich  dieser
Art  der  Imprägnirung  des  Papiers  den  Vorzug  geben,  wenn  gleich
die  dabei  zum  Vorschein  kommenden  Zeichen  nicht  augenblicklich
so  deutlich  sind,  wie  bei  Anwendung  von  Jodkalium.
Was  die  Kosten  anbelangt,  welche  die  Imprägnirung  des  Papiers ­
  erfordert,  so  sind  sie  zwar  an  sich  auch  nicht  bedeutend,  aber
doch  in  beiden  Fällen  etwas  verschieden.  Nimmt  man  Jodkalium  und
'Stärkekleister  zum  Imprägniren  des  Papiers,  so  betragen  die  Kosten
für  die  Imprägnirung  eines  Pfundes  Papier  oder  eines  160  Klftr.
langen  Papierstreifens  30  kr.  C.  M.  Wird  dagegen  cyansaures
Kali  in  Verbindung  mit  Salzsäure  und  Kochsalz  angewendet,  so
            
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