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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

für  den  Telegraphen-Betrieb  in  Österreich.

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elektrischen  Strom  schon  leitend,  aber  wegen  seiner  an  sich  geringen ­
  Leitungsfähigkeit  noch  nicht  in  jenem  Grade,  wie  er  erforderlich
ist,  um  auf  sehr  ausgedehnten  Telegraphen-Linien  ohne  Zuhilfenahme ­
  übermässig  grosser  Stromkräfte  mit  gehörigem  Erfolge  correspondiren
  zu  können.
Es  wurden  daher  yon  mir  statt  reinen  Wassers  verschiedene
Salzlösungen  im  Wasser,  und  sehr  stark  verdünnte  Säuren  versucht,
und  ich  fand  bezüglich  des  Grades  der  Leitungsfähigkeit,  welchen
sie  den  damit  benetzten  Papierstreifen  geben,  dass  von  allen  Salzlösungen ­
  mit  Rücksicht  auf  den  vom  elektrischen  Strome  bei  seinem
Durchgänge  im  Papierstreifen  zugleich  zu  bewirkenden  chemischen
Process,  eine  gesättigte  Lösung  von  Kochsalz  oder  Alaun,  und  unter
den  Säuren,  sehr  stark  verdünnte  Schwefelsäure  dem  Papierstreifen ­
  eine  solche  Leitungsfähigkeit  verschaffen,  dass  man  mit
derselben  Stromkraft,  welche  der  Morse’sche  Schreib-Apparat  zu
seinem  Betriebe  auf  sehr  langen  Telegraphen-Linien  erfordert,  auch
bei  dem  elektro-chemischen  Apparate  ausreicht.
Die  Flüssigkeit,  welche  zum  Benetzen  des  Papierstreifens
dienen  soll,  muss  aber,  wie  ich  schon  zuvor  bemerkte,  nach  Massgabe
  der  im  Papierstreifen  durch  den  elektrischen  Strom  einzuleitenden ­
  chemischen  Wirkung  entsprechend  gewählt  werden.
Denn  da  bei  dem  elektro-chemischen  Schreib-Telegraphen  die
Zeichen  auf  dem  Papierstreifen  nicht  wie  beim  Morse’schen  Apparate ­
  durch  blosses  Eindrücken  des  Schreibstiftes,  sondern  mittelst
der  vom  elektrischen  Strome  zu  bewirkenden  chemischen  Zersetzung
einer  farbig  reagirenden  Substanz  hervorgebracht  werden  sollen,  so
muss  der  Papierstreifen  früher  mit  dem  entsprechenden  Reagens
imprägnirt,  und  daher  auch  die  Flüssigkeit  zum  Benetzen  desselben
so  gewählt  werden,  dass  sie  nicht  allein  das  Papier  für  den  elektrischen ­
  Strom  in  gehörigem  Grade  leitend  macht,  sondern  auch  bei
ihrer  gleichzeitig  erfolgenden  Zersetzung  der  eintretenden  Reaction
nicht  entgegen  wirkt.  Es  ist  bekannt,  dass  Jodkalium  in  Verbindung
mit  Stärkekleister  zu  den  empfindlichsten  elektro-chemischen  Reagentien
  gehört,  und  bei  seiner  chemischen  Zersetzung  durch  den
elektrischen  Strom  mit  dem  Stärkekleister  eine  violette  Farbe  liefert.
Nicht  minder  empfindlich  habe  ich  in  dieser  Beziehung  eine  Mischung
um  cyansaurem  Kali  mit  Salzsäure  und  einer  gesättigten  Kochsalzlösung ­
  gefunden,  wobei  jedoch  der  Schreibstift,  durch  welchen
            
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