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G i n 11. Der elektro-chemische Schreib-Apparat
Vorträge.
Der elektro-chemische Schreib-Apparat für den Tele(/raphen-Betrieb
in Österreich.
Von Dr. Wilhelm ftintl,
k. k. Telegraphk'-Direclor.
(Mit I Tafel.)
Lässt sich auch die äusserst sinnreiche Construction desMorse’-schen
Schreib-Telegraphen nicht in Abrede stellen, so muss man
doch dem Zeugnisse der Erfahrung gemäss offen bekennen, dass
wegen der sehr schwierigen Einstellung des dabei in Anwendung
gebrachten Relais und der grossen Unsicherheit des Erfolges seiner
Functionen, die praktische Brauchbarkeit des ganzen Apparates
einen bedeutenden Eintrag erleidet.
Denn jede Veränderung des in der Leitungskette circulirenden
elektrischen Stromes bedingt auch eine entsprechende Änderung in
der Stellung des Ankers am Relais und weil bei ausgedehnten telegraphischen
Leitungen wegen der vielfach darauf einwirkenden äusseren
Einflüsse der elektrische Strom in seiner Stärke sehr häufig
variirt, so muss man um deutliche Zeichen am Apparate zu erhalten,
auch die Entfernung des Ankers von den Elektro-Magneten des Relais
fortwährend der jedesmaligen Stärke des elektrischen Stromes anpassen,
wodurch die Correspondenz nicht nur äusserst mühsam
wird, sondern auch sehr viele Zeit dabei verloren geht.
Nebstdem führt der Relais noch den Übelstand herbei, dass
durch seine Einschaltung in die Leitung ein sehr grosser Widerstand
für den elektrischen Strom in dieselbe gebracht wird, welcher um
so grösser ausfällt, je mehr solcher Apparate an einer Telegraphen-Linie
aufgestellt sind, daher zur Überwältigung dieses Widerstandes
auch eine grössere Anzahl galvanischer Batterien erforderlich
ist, deren Beistellung und Erhaltung bedeutende Auslagen verursacht,
folglich der Apparat von dieser Seite betrachtet keineswegs
ökonomisch genannt werden kann. Eine weitere nachtheilige Folge
ergibt sich aus dem durch die Einschaltung mehrerer Relais in der
Leitung zunehmenden Widerstande, dass bei ausgedehnten leie-