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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Die  Entwickelung  rühriger

(ganz  oder  eine  Abteilung  desselben)  gestaltet  sieb  zur  Wurzelscheide ­
  und  beliält  selbst  am  ausgewachsenen  Haarbalge  zum  Theile
die  Form  bei,  welche  ihm  zur  Zeit  der  Entwickelung  eigen  war,  d.  h.
die  Blastemmasse  A  umwächst  zwar  das  sich  entwickelnde  Haar  sclialenartig
  von  allen  Seiten,  aber  das  obere  und  untere  Ende  desselben
sammt  der  Matrix  bleibt  von  ihnen  unberührt,  daher  auf  einem  senkrechten ­
  Durchschnitte  des  Haarbalges  ihre  nach  abwärts  konisch  oder
spitz  zulaufende  Form.  Mittlerweile  ist  der  ganze  Haarkeim  aus
seiner  runden  Form,  die  er  anfangs  inne  hatte,  längst  hinausgegangen
und  hat  eine  Walzenform  mit  unten  kuppelartig  abgerundetem  Ende
angenommen;  die  Länge  und  Breite  des  Haarbalges,  die  sonacli
anfangs  aus  der  bekannten  Formel  berechnet  werden  konnten,  verlieren ­
  allmählich  ihre  vergleichbaren  Relationen.  Nun  wird  auch  die
Matrix  des  Haares  an  Umfang  zunehmen  und  der  Grund  des  Haarbalges ­
  schwillt  dadurch  kolbenartig  an  (Fig.  55),  wodurch  der  Haarbalg ­
  seine  bleibende  Form  erhält.  Die  einzelnen  Schichten  des
Haarbalges,  die  anfangs  bloss  durch  Farbe  und  Durchsichtigkeit  sich
unterschieden,  füllen  sich  mit  verschiedenen  histiologischen  Elementen. ­
  Doch  selbst  zur  Zeit  der  Geburt  desThieres  ist  die  vollkommene
Entwickelung  dieser  Schichtenbildung  noch  nicht  vollendet,  und
scheint  nur  überhaupt  so  lange  zu  währen,  als  der  Haarbalg  noch  an
Umfang  und  namentlich  in  die  Breite  zunehmen  kann.  Das  Haar  selbst
wird  um  so  gleichartiger  erscheinen,  je  jünger  es  ist;  mit  seinem
Breiterwerden  verliert  es  auch  dieses  homogene  Aussehen  und  zerfällt
nun  in  seine  verschiedenen  Abtheilungen,  die  natürlich  dort  wieder
unkenntlich  werden  müssen,  wo  das  Haar  noch  jung  und  dünn  ist.  Aus
der  ganzen  Entwickelungsweise  folgt  ferner,  dass  das  Haar  in  der
Mitte  des  Follikels  dünner  sein  müsse,  als  an  dem  aus  dem  Follikel
austretenden  Theile,  da  es  die  Form  des  Markraumes  (Fig.  60,  tun)
annimmt,  welche  eben  diese  und  keine  andere  ist.
Es  folgt  auch  von  selbst,  dass  zwischen  der  Dicke  des  Haares
und  der  anfänglichen  Breite  der  Matrix  ein  aus  der  allgemeinen  Formel
für  die  Entwickelung  der  Mutterbälge  abzuleitendes  Yerhältniss
besteht,  welches  aber  bald  so  verwickelt  wird,  dass  der  Nachweis
kaum  noch  möglich  ist.  So  folgen  sich  die  Verhältnisse  2:3,1:2u.s.f..
wornach  die  Haarpulpa  in  einem  grösseren  Verhältnisse  wächst,  als
der  Haarschaft,  und  bald  den  Follikel  selbst  an  seinem  unteren  Ende
kolbig  vergrössert.
            
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