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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  einige  noch  nicht  beschriebene  Pseudomorphosen.

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Granat,  die  grossentheils  glatt  und  ebenflächig  sind  und  sich  aus
dem  umgehenden  Gesteine  leicht  auslösen  lassen.  Tlieils  sind  sie
noch  frisch  und  wohlerhalten,  tlieils  auf  mannigfache  Weise  verändert.
Die  Umwandlung  geht  von  der  Oberfläche  aus,  indem  sie  an  derselben ­
  zuerst  glanzlos  werden,  eine  geringere  Härte  und  rothen  Strich
annehmen.  Allmählich  dringt  diese  Umbildung  weiter  nach  innen  vor,
bis  endlich  die  ganze  Masse  der  Krystalle  aus  dichtem,  thonigem,
weichem  Rotheisenstein  besteht.  Wenn  die  Umwandlung  noch  nicht
ganz  vollendet  ist,  sieht  man  auf  der  Bruchfläche  in  dem  Rotheisensteine ­
  noch  zahlreiche  kleine  Partikeln  unveränderten  Granates  inneliegen. ­
  Alle  diese  verschiedenen  Entwickelungsstufen  kann  man  in
demselben  Handstücke  neben  einander  beobachten.  —  Hier  muss
durch  den  pseudomorphen  Process  die  Kieselerde  des  Eisenthongranates ­
  verloren  gegangen  sein,  das  Eisenoxydul  aber  sich  in  Eisenoxyd ­
  umgewandelt  haben.  Der  Thonerdegehalt  des  Granates  findet
sich,  wenn  nicht  ganz,  doch  theilweise  in  dem  pseudomorphen  Rotheisensteine ­
  wieder.  In  wiefern,  wie  es  nicht  unwahrscheinlich  ist,
das  die  Afterkrystalle  umscliliessende  Gestein  selbst  einem  Umwandlungsprocess
  seine  Entstehung  verdanke,  lässt  sich  bei  der  mangelnden ­
  Kenntniss  der  geognostischen  Verhältnisse  nicht  bestimmen.  —
In  der  Sammlung  des»  Herrn  Hofrathes  Ritters  v.  S  a  c  h  e  r  -  M  a  s  o  c  h.
VI.  Zu  den  schon  am  a.  0.  Pag.  8  erwähnten,  auf  den  Zinnerzlagerstätten ­
  von  Zinnwald  vorfindigen  Pseudomorphosen  sind  noch
hinzuzufügen:
1.  Quarz  nach  Kalkspath;  kleine  Rhomboeder  (R  -  i).
meist  mit  gebogenen  Flächen.
2.  Quarz  nach  Wolfram.  Von  Sillem  (1.  c.  Pag.  527)
erwähnt.
3.  Hämatit  nach  Fluss-Spath.  Nach  demselben  Beobachter.
VII.  Die  steinmarkähnliche  strahlige  Substanz  von  Schlaggenwald,
  welche  ich  nach  den  vorliegenden  Exemplaren  für  eine
Pseudomorphose  nach  Karpholith  ansehen  zu  müssen  glaubte  (1.  c.
Pag.  9),  erscheint  auch  als  Verdrängungs-Pseudomorphose  nach
strahligem  Wolfram  (oder,  wie  ihn  Breithaupt,  der  ihn  für  eine
besondere  Mineralspecies  ansieht,  nennt,  nach  Megabasit).  Es  wird
dies  schon  von  Blum  ausgesprochen  (zweiter  Nachtrag,  Pag.  99  ff.).
VIII.  Die  rothen  stengligen  Thoneisensteine,  welche  in  Gesellschaft ­
  anderer  Erdbrandproducte  so  oft  in  der  Braunkohlenformation
            
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