Über einige noch nicht beschriebene Pseudomorphosen.
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Granat, die grossentheils glatt und ebenflächig sind und sich aus
dem umgehenden Gesteine leicht auslösen lassen. Tlieils sind sie
noch frisch und wohlerhalten, tlieils auf mannigfache Weise verändert.
Die Umwandlung geht von der Oberfläche aus, indem sie an derselben
zuerst glanzlos werden, eine geringere Härte und rothen Strich
annehmen. Allmählich dringt diese Umbildung weiter nach innen vor,
bis endlich die ganze Masse der Krystalle aus dichtem, thonigem,
weichem Rotheisenstein besteht. Wenn die Umwandlung noch nicht
ganz vollendet ist, sieht man auf der Bruchfläche in dem Rotheisensteine
noch zahlreiche kleine Partikeln unveränderten Granates inneliegen.
Alle diese verschiedenen Entwickelungsstufen kann man in
demselben Handstücke neben einander beobachten. — Hier muss
durch den pseudomorphen Process die Kieselerde des Eisenthongranates
verloren gegangen sein, das Eisenoxydul aber sich in Eisenoxyd
umgewandelt haben. Der Thonerdegehalt des Granates findet
sich, wenn nicht ganz, doch theilweise in dem pseudomorphen Rotheisensteine
wieder. In wiefern, wie es nicht unwahrscheinlich ist,
das die Afterkrystalle umscliliessende Gestein selbst einem Umwandlungsprocess
seine Entstehung verdanke, lässt sich bei der mangelnden
Kenntniss der geognostischen Verhältnisse nicht bestimmen. —
In der Sammlung des» Herrn Hofrathes Ritters v. S a c h e r - M a s o c h.
VI. Zu den schon am a. 0. Pag. 8 erwähnten, auf den Zinnerzlagerstätten
von Zinnwald vorfindigen Pseudomorphosen sind noch
hinzuzufügen:
1. Quarz nach Kalkspath; kleine Rhomboeder (R - i).
meist mit gebogenen Flächen.
2. Quarz nach Wolfram. Von Sillem (1. c. Pag. 527)
erwähnt.
3. Hämatit nach Fluss-Spath. Nach demselben Beobachter.
VII. Die steinmarkähnliche strahlige Substanz von Schlaggenwald,
welche ich nach den vorliegenden Exemplaren für eine
Pseudomorphose nach Karpholith ansehen zu müssen glaubte (1. c.
Pag. 9), erscheint auch als Verdrängungs-Pseudomorphose nach
strahligem Wolfram (oder, wie ihn Breithaupt, der ihn für eine
besondere Mineralspecies ansieht, nennt, nach Megabasit). Es wird
dies schon von Blum ausgesprochen (zweiter Nachtrag, Pag. 99 ff.).
VIII. Die rothen stengligen Thoneisensteine, welche in Gesellschaft
anderer Erdbrandproducte so oft in der Braunkohlenformation