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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

uncl  blasiger  Gebilde  im  thierischen  Organismus.

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die  umliegenden  Gefässe  in  fast  ursprünglicher  Kleinheit  Zurückbleiben. ­
  Vorläufig  möge  diese  Andeutung  genügen.  Folgerichtig  geht
aus  dem  nun  über  den  Satz  der  Gefässbildung  Gesagten  hervor,  dass
bei  einem  ganzen  Systeme  von  Gefässen  die  Richtung  der  Gefässe,
die  Zahl  derselben,  die  Grössen  derselben  nach  bestimmten,  festen
Normen  eruirt  werden  sollten.  In  der  Natur,  wo  bei  aller  Einfachheit
der  Gesetze  doch  eine  grosse  Mannigfaltigkeit  in  der  Ausführung
stattfindet,  ist  diese  Norm  allerdings  nicht  so  offenkundig,  sie
schimmert  nur  hie  und  da  durch,  aber  darin  liegt  eben  kein
Beweis  gegen  das  Gesagte.  Je  älter  die  Gefässe  werden,  desto
weniger  ist  die  ursprüngliche  Norm  zu  ermitteln,  bei  frisch  entstandenen ­
  Gefässen  ist  sie  oft  mit  überraschender  Klarheit  zu  erkennen. ­
  Misst  man  an  einem  Systeme  von  Gefässverzweigungen  die
Breite  des  Stammes,  der  Äste  und  Nebenäste,  so  kehren  einige  Verhältnisszahlen
  häufig,  andere  selten  wieder.  Z.  B.  die  aus  einem
Hauptstamme  hervorgehenden  Äste  sind  entweder  eben  so  breit  wie
dieser,  oder  jeder  um  y 3  seiner  Breite  kleiner  als  der  Stamm,  oder
die  Differenz  zwischen  Ast  und  Stamm  beträgt  y o ,  y 4 ,  y 2 ,  3 / 3 ,  3 / 4
der  Dicke  des  kleineren,  oder  der  grössere  Ast  ist  doppelt,  dreifach
so  breit  wie  der  kleinere.  Spaltet  sich  ein  Stamm  zweitheilig,  so  ist
(wenn  überhaupt  eine  Differenz  vorhanden  ist)  der  Unterschied  zwischen ­
  Stamm  und  Ast  gewöhnlich  nur  */ 6  oder  y s  und  die  beiden
Aste  gehen  unter  spitzen  Winkeln  ab;  gibt  ein  grösserer  Stamm
Seitenäste  ab,  so  verlaufen  diese  nicht  selten  unter  rechten  Winkeln,
und  betragen  oft  nur  den  dritten  Theil  der  Breite  des  Stammes.  Capillaren
  sind  in  der  Mitte  ihrer  Länge  am  dünnsten,  ihre  Ein-  und
Ausmündungsstelle  ist  nicht  selten  2-  und  3mal  grösser  als  dieMitte;
grosse  Gefässe  werden  oft  gegen  den  Theilungswinkel  hin  breiter,
die  Erweiterung  beträgt  ungefähr  >/ 0 ,  */„  1 / 3  der  ursprünglichen
Breite.  An  neugebildeten  Gefässen  gibt  es  (z.  B.  an  den  Gefässen
des  Keimes)  häufig  ringartige  Verengerungen,  die  von  bauchig  aufgetriebenen ­
  Stellen  getrennt  werden  (Fig.  42).  Diese  engen  und
weiten  Stellen  stehen  zu  einander  in  einem  bestimmten  Grössenverhältnisse. ­
  Alle  diese  und  noch  andere  Umstände  haben  ihren  Grund  in
derEigenthümlichkeit  der  Gefäss-Entwickelung  zwischen,  oder  besser
In  ^ en  Keimwänden,  ich  werde  dies  zuerst  an  einem  allgemein  gehaltenen ­
  Falle  zeigen  und  dann  einige  der  gemessenen  Fälle  folgen
lassen.

Sitzb.  (I.

mathem.-natunv.  CI.  X,  Bd.  IV.  Hfl.
            
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