Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

und  blasiger  Gebilde  im  (hierischen  Organismus.

577

Fortsätze  der  Gefässwände,  und  ihre  Entstehung  ist  im  Zusammenhänge ­
  mit  der  Gefäss-Entwickelung  in  folgender  Weise:  der  Bildung
von  Capillargefässen  geht  die  Bildung  von  Keimen  voraus,  die  sich
als  Mutterzellen  nach  den  nun  mehrfach  angegebenen  Gesetzen  entwickeln ­
  und  demnach  einen  Markraum,  eine  Kern-  und  Aussenschale
darbieten.  Von  diesen  Theilen  vergrössert  sich  der  Markraum  durch
Vergrössorung  des  Coefficienten  in,  oder  auf  Kosten  des  Kernwalles
und  selbst  eines  Theiles  des  Aussenwalles.  In  dem  so  vergrö'sserten
Markraume  bilden  sich  neue  Keime,  die  abermal  zu  Mutterzellen  werden ­
  u.  s.  f.,  so  dass  die  ursprüngliche  Mutterzelle  bald  eine  Generation ­
  von  kleineren  Keimen  enthält.  Die  Markräume  der  letztgebildeten
Müttercysten  werden  nur  in  dem  Gefässblatte  als  Lacunen  sichtbar,
d.  h.  sie  nehmen  an  diesem  Theile  eben  keine  weitere  Bildungselemente
  auf,  die  Wände  dieser  Muttercysten  (nämlich  die  Räume
(m  in,  Fig.  39,  40,  41)  werden  dagegen  die  Bildungsstätten  der
Capillaren  und  selbst  der  grösseren  Gefässe.  Hat  sich  nun  in  den
secundären  Muttercysten  der  Ma  •kraum  zweier  benachbarter  Cysten
auf  Kosten  der  Kernwand  und  des  grössten  Theiles  der  Aussenwand
vergrössert,  so  ist  der  zwischen  zwei  Lacunen  hinziehende  Rest  der
Zellenwand  nur  ein  feiner  fadenartiger  Streif  (Fig.  39,  c),  der  zwei
benachbarte  Gefässe  mit  einander  verbindet  und  gegen  die  Gefässe
sich  zu  öffnen  scheint,  in  der  That  aber  nicht  hohl  ist;  oder  es  kann
dieser  dünne  Streif  in  der  Mitte  selbst  ganz  durchbrochen  erscheinen
und  das  Gefäss  erhält  dann  einen  seitlichen  nicht  hohlen  Ausläufer,
der  als  ein  Anfang  eines  neuen  Gefösses  gedeutet  worden  ist.  Stossen
mehrere  Lacunen,  wie  bei  Fig.  39  n,  in  einem  Punkte  zusammen,  so
hat  das  zwischen  denselben  liegende  Stück  die  Form  einer  sogenannten ­
  sternförmigen  Zelle,  und  da  sich  in  der  That  in  diesem  Raume
gleich  wie  in  allen  übrigen  zwischen  den  Lacunen  befindlichen  Theilen ­
  Zellen  oft  von  der  Form  dieses  Raumes  entwickeln,  so  hat  dies
Veranlassung  zu  der  Annahme  gegeben,  dass  die  Capillaren  überhaupt
aus  sternartigen  Zellen  zusammenwüchsen.  Der  Raum,  in  welchem
die  Capillaren  sich  bilden,  hat  auf  dem  gedachten  Durchschnitte  in
der  Regel  jene  drei-  oder  vierkantige  oder  sternartige  Form,  aber  die
Capillaren  entstehen  nicht  durch  das  Zusammenwachsen  der  Fortsätze
sternartiger  Zellen.  In  der  Gefässmulde,  so  werde  ich  nun  den  zwischen ­
  zwei  Lacunen  befindlichen  für  die  Bildung  der  Blutgefässe  bestimmten ­
  Raum  nennen;  in  der  Gefässmulde  sind  häufig  an  zarten
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.