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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Engel.  Die  Entwickelung  rühriger

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und  diese  Zahlen  halte  ieli  für  ziemlich  genau,  da  sie  erst  in  der  3
Decimale  (Hundertsteln  von  Linien)  divergiren.
Natürlich  war  es,  dass  ich  zur  genaueren  Begründung  der  erwähnten ­
  Ansichten  die  Entwickelung  der  Gcfässe  seihst  einem  genauen
Studium  unterwarf.  Ich  machte  nun  diese  Untersuchungen  an  dem  Gefässblatte
  von  Hühner-Embryonen  und  wenn  ich  auch  nicht  so  glücklich
war,  die  der  Gefäss-Entwickelung  vorausgehende  endogene  Zellenentwickelung ­
  selbst  zu  beobachten,  so  kam  ich  doch  zu  einigen  nicht
minder  wichtigen  Resultaten,  welche  den  Gegenstand  der  nachfolgenden
Zeilen  bilden  werden.
In  dom  Gefässblatte  des  Hühnchens  erscheinen  bekanntermassen
zwischen  den  neu  gebildeten  Capillaren  und  auch  den  grösseren  Gefässen
  grössere  und  kleinere  helle,  inselartige  Stellen  von  runder  oder
länglichrunder  Form,  die  von  einem  feinen,  membranartigen  Hofe
umgeben,  von  den  Capillaren  ringsum  umflossen  werden  (Fig.  39);
diese  hellen  Stellen  werde  ich  Lacunae  nennen.  Die  sie  umgebenden
Capillaren  haben  keine  andere  Wand,  als  jenen  die  Lacunen  einsäumenden ­
  schmalen  Hof.  An  mehreren  Stellen  treten  diese  Lacunen  so
nahe  an  einander,  dass  zwischen  ihnen  kein  Capillargefäss  Platz  hat,
dann  scheint  (Fig.  39,  c)  das  Gefäss  fadenartig  zugespitzt,  sich  in  dem
Gefässblatte  zu  verlängern,  bis  der  Faden  ein  gegenüberstehendes  Gefässchen
  erreicht;  in  einem  anderen  Falle  sind  die  beiden  Lacunen
in  der  Tliat  in  eine  geflossen,  indem  sie  nur  noch  an  einer  Stelle  eine
Einkerbung  als  Andeutung  ihres  früheren  isolirten  Bestehens  bieten
(Fig.  39,  b).  So  erhalten  die  Capillaren  rankenartige  oder  spitz  zu
laufende  Auswüchse,  die  sich  theils  im  Gewebe  bestimmungslos  verlieren, ­
  theils  aber  auch  an  benachbarte  Gefässe  aulegen.  Bekanntermassen ­
  ist  es  leicht,  diese  Bildung  an  der  Kapselpupillarmembrane
zu  beobachten;  es  gewährt  dort  den  Anschein,  als  wenn  aus  den
alten  Gefässen  neue  Gefässe  herauswüchsen;  an  anderen  Stellen  entstehen ­
  mehr  sternartige  Formen,  und  ich  brauche  nicht  erst  zu  erwähnen, ­
  dass  man  gerade  dieses  Bild  benützt  hat,  um  einerseits  die
Entwickelung  der  Capillaren  aus  sternartigen  Zellen,  anderseits  die
Bildung  neuer  Gefässe  aus  bereits  vorhandenen  Gefässen  zu  beweisen.
Ich  selbst  habe  beide  Ansichten  bisher  angenommen  und  vertheidigt.
Meine  jüngsten  Untersuchungen  haben  jedoch  meine  Meinung  hierüber
geändert.  Jene  faserartigen  und  rankenförmigen  Ausläufer  sind  nämlich ­
  nicht  Anfänge  neuer  Gefässe,  sondern  einfache  nicht  hohle
            
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