Engel. Die Entwickelung rühriger
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und diese Zahlen halte ieli für ziemlich genau, da sie erst in der 3
Decimale (Hundertsteln von Linien) divergiren.
Natürlich war es, dass ich zur genaueren Begründung der erwähnten
Ansichten die Entwickelung der Gcfässe seihst einem genauen
Studium unterwarf. Ich machte nun diese Untersuchungen an dem Gefässblatte
von Hühner-Embryonen und wenn ich auch nicht so glücklich
war, die der Gefäss-Entwickelung vorausgehende endogene Zellenentwickelung
selbst zu beobachten, so kam ich doch zu einigen nicht
minder wichtigen Resultaten, welche den Gegenstand der nachfolgenden
Zeilen bilden werden.
In dom Gefässblatte des Hühnchens erscheinen bekanntermassen
zwischen den neu gebildeten Capillaren und auch den grösseren Gefässen
grössere und kleinere helle, inselartige Stellen von runder oder
länglichrunder Form, die von einem feinen, membranartigen Hofe
umgeben, von den Capillaren ringsum umflossen werden (Fig. 39);
diese hellen Stellen werde ich Lacunae nennen. Die sie umgebenden
Capillaren haben keine andere Wand, als jenen die Lacunen einsäumenden
schmalen Hof. An mehreren Stellen treten diese Lacunen so
nahe an einander, dass zwischen ihnen kein Capillargefäss Platz hat,
dann scheint (Fig. 39, c) das Gefäss fadenartig zugespitzt, sich in dem
Gefässblatte zu verlängern, bis der Faden ein gegenüberstehendes Gefässchen
erreicht; in einem anderen Falle sind die beiden Lacunen
in der Tliat in eine geflossen, indem sie nur noch an einer Stelle eine
Einkerbung als Andeutung ihres früheren isolirten Bestehens bieten
(Fig. 39, b). So erhalten die Capillaren rankenartige oder spitz zu
laufende Auswüchse, die sich theils im Gewebe bestimmungslos verlieren,
theils aber auch an benachbarte Gefässe aulegen. Bekanntermassen
ist es leicht, diese Bildung an der Kapselpupillarmembrane
zu beobachten; es gewährt dort den Anschein, als wenn aus den
alten Gefässen neue Gefässe herauswüchsen; an anderen Stellen entstehen
mehr sternartige Formen, und ich brauche nicht erst zu erwähnen,
dass man gerade dieses Bild benützt hat, um einerseits die
Entwickelung der Capillaren aus sternartigen Zellen, anderseits die
Bildung neuer Gefässe aus bereits vorhandenen Gefässen zu beweisen.
Ich selbst habe beide Ansichten bisher angenommen und vertheidigt.
Meine jüngsten Untersuchungen haben jedoch meine Meinung hierüber
geändert. Jene faserartigen und rankenförmigen Ausläufer sind nämlich
nicht Anfänge neuer Gefässe, sondern einfache nicht hohle