Über einige noch nicht beschriebene Pseudomorphosen.
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Der Kern besteht nach aussen der Schale zunächst ebenfalls
aus einer compacten, sehr feinkörnigen Masse, ist aber weiter nach
innen sehr porös, zellig, wie zerfressen oder seihst ganz hohl. Die
Oberfläche sämmtlieher Höhlungen erscheint dunkel, beinahe schwarz
angelaufen.
An einem dritten Exemplare sind einzelne der erwähnten Pseudomorphosen
bis auf 1 — 2"' Tiefe von der Oberfläche aus in
schmutzig pfirsichblüthrothen Kobaltbeschlag umgewandelt, — ein
pseudomorpher Process, dessen auch schon Blum (1. c. Pag. 212)
von Richelsdorf in Hessen gedenkt.
Ein viertes Exemplar bestellt aus dichtem, mit sehr feinkörnigem
Speiskobalt innig gemengtem und dadurch schwarzgrau gefärbtem
Hornstein, der viele eingesprengte Bleiglanz- und einzelne Markasitpartikeln
umschliesst. In ihm liegen zahlreiche iy a — 2'/J" grosse
Würfel, an der Oberfläche stark glänzend, zinnweiss, in das Stahlgraue
geneigt. Aber nur wenige sind ganz mit feinkörnigem Speiskobalt
erfüllt; viele porös oder zellig. Die Mehrzahl bestellt jedoch
nur aus einer papierdünnen Schale, während das Innere ganz hohl ist,
oder es fehlt auch diese Schale und es ist nur der leere hexaedrische
Raum — als Eindruck des früher vorhandenen Krystalls — übrig
geblieben.
Dass alle die eben beschriebenen Krystallformen Pseudomorphosen
sind, unterliegt nach den angegebenen Eigenschaften keinem
Zweifel. Um so schwieriger ist jedoch die Ausmittelung der Mineralspecies,
der sie ursprünglich angehörten, da an den vorliegenden
Exemplaren nirgend eine Spur derselben übrig geblieben ist und die
tessularen Krystallgestalten keinen sicheren Anhaltspunkt gewähren.
Die Abwesenheit aller hemiedrischer Formen beweist, dass sie weder
dem Pyrit, der überdies in Joachimsthal selten und nur in kleinen Krystallen
vorkömmt, noch einem andern hemitessularen Minerale angehören.
Von vollflächig tessularen Gestalten führen die Joachimstlialer
Erzgänge: Fluss-Spath, Silberglanz, Bleiglanz und Speiskobalt.
DerFluss-Spath und Bleiglanz sind jedochsetten und bisher nie krystallisirt
gefunden worden. Auch würde das Eingewachsensein der Pseudomorphosen
eben nicht für diese Mineralsubstanzen sprechen. Letzteres
gilt auch von dem Silberglanz, dessen Krystalle überdies, sobald
sie eine etwas bedeutendere Grösse erreichen, sich in der Regel
durch ihre starke Verzerrung und sonstige unsymmetrische Ausbil-4