Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

und  blasiger  Gebilde  im  tbierischen  Organismus.

559

streitige  Fragen  über  die  Art  der  Entwickelung  ergeben,  dürfte
diese  Beweisführung  Ansprüche  auf  den  Namen  der  Zweckmässigkeit
sich  erwerben.  Hierbei  ist  ausführlich  hervorzuheben,  dass  von  der
Thatsache  ausgegangen  wird,  dass  die  sogenannten  Zellenkerne  nicht
wandständige,  sondern  centrale  Gebilde  sind;  dass  sie  zwar  häufig,
aber  durchaus  nicht  immer  in  einer  von  den  anderen  Theilen  verschiedenen ­
  Weise  sich  entwickeln  (wobei  im  Vorbeigehen  bemerkt  werden
soll,  dass  ihr  Verhalten  gegen  Essigsäure  zwar  häufig  in  der  bekannten
Weise  erscheint,  aber  nicht  benutzt  werden  soll,  um  bei  einem  fertigen
Gewebstheile  auf  dessen  Entwickelung  aus  Kernen  zu  schliessen)  und
dass  den  Kernen  eine  viel  grössere  Entwickelungsfähigkeit  eigen  ist,
als  ihnen  gewöhnlich  zugeschrieben  wird.
Bei  Blutgefässen  und  anderen  säftefiihrenden  Canälen  wird  eine
viel  grössere  Regelmässigkeit  in  der  Entwickelung  durch  die  Bestimmung ­
  dieser  Röhren  gefordert  werden  als  bei  Knorpeln  oder  Knochen. ­
  Bei  diesen  kommt  es  auf  Solidität  der  Wände  der  Knochenröhren, ­
  weniger  dagegen  auf  symmetrische  Dicke  an;  bei  ihnen  ist
wenigstens  an  vielen  Stellen  der  röhrige  Bau  mehr  Nebensache  oder
nur  ein  Behelf  für  die  grössere  Festigkeit  bei  geringerer  Masse;  bei
säfteführenden  Canälen  dagegen  ist  die  gleich  starke  Entwickelung
der  Wände  die  nothwendige  Bedingung  einer  ungestörten  Verrichtung, ­
  und  die  Weite  des  Hohlraumes  muss  wohl  so  gross  sein,  als  sie
nur  immer  unbeschadet  der  Festigkeit  der  Wände  sein  kann.  Hieraus
ergeben  sich  zwei  Bedingungen,  die  wir  bei  den  Untersuchungen
über  die  Gefässe  fortwährend  im  Auge  halten  müssen.  Die  erste  ist
die,  dass  wir  nur  regelmässige  Formen  und  Verhältnisse  den  Masshestimmungen
  zu  Grunde  legen  dürfen;  die  zweite  die,  dass  wir
hauptsächlich  eine  excentrische,  sehr  selten  dagegen  eine  coneentrische
  Entwickelung  aufzusuchen  bereit  sein  müssen.  Meinen  Untersuchungen ­
  werde  ich  daher  immer  eine  vollständig  regelmässige
Anordnung  in  den  Zellen  zu  Grunde  legen,  welche  zur  Gefässbildung
bestimmt  sind,  d.  h.  ich  werde  immer  annehmen,  dass  in  den  zur  Röhre
zusammen  fliessenden  Zellen,  die  Kerne  entweder  eine  vollständig
centrale  Lage  besitzen,  oder  dass  die  mit  einander  seitlich  sich  verbindenden ­
  Zellen  genau  wandständige  Kerne  und  zwar  entweder  an
der  äusseren  oder  inneren  Wand  besitzen,  d.  h.  dass,  nach  meiner  bei
den  Knochen  eingeführten  Bezeichnungsweise,  die  Combination  eine
gleichsinnige  oder  widersinnige,  aber  nie  eine  doppelsinnige  sei.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.