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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

5S4

Engel.  Die  Entwickelung  rohriger

hält  sich  dann  gewöhnlich  zum  Querdurchmesser  des  Stammes,  wie
1:  3.  Geht  die  Entwickelung  des  Muldenkeimes  am  Ende  einer
röhrenartig  verlängerten  Muttercyste  oder  am  Ende  einer  Röhre
überhaupt  vor  sich,  so  erscheint  diesesEnde  dadurch  kolbig  erweitert,
und  der  Durchmesser  dieses  Kolbens  (Fig.  28,  29)  ist  oft  gleich  dem
Durchmesser  dieser  Röhre  plus  y 3  dieses  um  0-0001  P.  Z.  verminderten ­
  Durchmessers.  Beträgt  z.  B.  der  Durchmesser  der  Röhre
0-0019  P.  Z.,  so  ist  der  Durchmesser  des  kolbigen  Endes  =  0  •  0019
0  0019  „  °  °° 0i  =  0-0025.  Ich  habe  in  meiner  Arbeit  über  die
Knochenentwickelung  den  Grund  angedeutet,  auf  welchem  diese  Erscheinung ­
  fusst.  Entsteht  in  letzterer  abermal  ein  Muldenblastem,  so
bildet  sich  die  Figur  30  und  man  sieht,  wie  diese  Art  Entwickelung
zur  Sprossen-  und  Astbildung  Veranlassung  geben  kann.  So  viel  einstweilen ­
  hierüber  im  Allgemeinen.
Gerade  die  Muldenblasteme  bilden  sehr  häufig  jene  Punkte,  an
welche  sich  andere  Blasteme  anlagern,  um  röhrenartige  Verzweigungen, ­
  Netzwerke  und  andere  Gebilde  zu  erzeugen,  deren  mannigfache
Gestaltung  und  Entwickelung  eben  Zweck  der  anatomischenForschung
ist.  Sie  verdienen  daher  eine  besondere  Aufmerksamkeit.
Ihre  Zahl  ist  entweder  eine  sehr  beschränkte  oder  es  entstehen
fort  und  fort  neue  Blasteme,  so  wie  durch  Vergrösserung  der  umliegenden ­
  Keime  neuer  Raum  geboten  wird,  wie  dies  aus  den  späteren
Untersuchungen  noch  zur  Genüge  erhellen  wird.
Endlich  ist  auch  noch  zu  erwähnen,  dass,  woferne  eine  oder
zwei  unpaare  Muldenblasteme  vorhanden  sind,  diese  auch  mit  den  in
der  Scheidewand  befindlichen  Blastemen  nach  der  in  der  Figur  31
angegebenen  Art  in  eine  Masse  verschmelzen  können.
Wie  das  Mutterplastem  nach  seiner  Umwandlung  in  einen  Keim,
so  ist  auch  jedes  der  Tochterblasteme  entweder  als  solches,  oder
nachdem  es  Keim  geworden,  einer  neuen  Furchung  fähig.  So  entstehen ­
  ausser  den  Hauptmulden  noch  Nebenmulden  und  Blasteme  oder
Keime  der  ersten,  zweiten,  dritten  Ordnung.
Jeder  Keim  der  ersten  Ordnung  entwickelt  anfangs  in  seinem
Innern  nur  zwei  Blasteme  oder  Keime  der  zweiten  Ordnung  (Fig-  32).
Hierdurch  erhält  die  Furchungsmulde  eine  kreuzförmige  Gestalt,  und
wieder  sind  hierbei  verschiedene  Fälle  möglich.
Die  sich  berührenden  Wände  der  Keime  verschmelzen  vollständig. ­
  Hierdurch  entsteht  die  in  der  Figur  33  abgebildete  Gestalt.
            
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