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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Die  Entwickelung  rühriger

Im  Innern  des  so  erzeugten  Keimes  (dessen  Wände  man  aber
ja  noch  nicht  starr  und  unbeweglich  sich  denken  möge)  erscheint
nun  die  Bildung  zweier  kugeliger  Massen  (Fig.  13);  diesen  Bildungsprocess
  nenne  ich  nacli  einem  bekannten  Vorgänge  die  Blastemfurchung; ­
  jede  der  neuen  einander  berührenden  Blastemmassen  die
Furchungskugeln;  den  sie  trennenden,  meridianartig  verlaufenden,  im
Durchschnitte  dreiseitigen  Baum  abc  heisse  ich  Furchungsmulde  oder
Mulde  schlechtweg,  und  Hauptmulde  im  Hinblicke  auf  ähnliche  kleinere, ­
  durch  spätere  Furchungen  entstandene  Zwischenräume.  Mannigfach ­
  sind  die  Veränderungen,  welche  die  eben  genannten  Theile
und  Bäume  durchlaufen  können.
Die  beiden  neuerzeugten  Blasteme  oder  Furchungskugeln  behalten ­
  ihre  runde  Form  bei,  aber  entwickeln  sich  gleichfalls  zu  Keimen
(Fig.  14)  in  der  oben  angegebenen  Art.  Wo  dieWände  dieser  Keime
die  Wand  des  Mutterkeimes  berühren,  bleiben  sie  entweder  von  derselben ­
  getrennt,  oder  sie  verschmelzen  mit  derselben  vollständig
(Fig.  15).  Dort  aber,  wo  sich  die  beiden  Tochterkeime  berühren,
zeigen  ihre  Wandstücke  sehr  mannigfache  Entwickelungen,  und  zwar:
Die  Wände  verschwinden  hier  völlig  und  die  Tochterkeime  fliessen
ganz  in  einander  (Fig.  16);  oder  es  verschmelzen  nur  die  Wände
aber  nicht  die  Keimhöhlen  (Fig.  17),  und  es  bildet  sich  sonach  zwischen ­
  den  beiden  Keimhöhlen  eine  mehr  minder  dicke,  übrigens  aus
dem  Entwickelungsgesetze  berechenbare  Scheidewand,  oder  es  verschmelzen ­
  nur  aliquote  Theile  der  sich  berührenden  Keimwände,  und  die
Scheidewand  wird  dadurch  sehr  dünn,  fast  fadenartig  (Fig.  18),  oder
die  Berührungswände  verschmelzen  ganz  oder  zum  Theile,  aber  die
so  gebildete  Scheidewand  spaltet  sich  in  mehrere  Schichten  (Fig.  19).
deren  Dicke  wieder  aus  dem  allgemeinen  Entwickelungsgesetze  berechnet ­
  Averden  kann.  Ähnliche  Schichtenspaltungen  sind  überhaupt  in  der
ganzen  äusseren  Schichte  der  Tochterkeime  möglich,  und  immer  gehen
sie  nach  dem  bekannten  Gesetze  vor  sich.
Die  ursprünglichen  Mulden  verschwinden  entweder  durch  gegenseitige ­
  Abplattung  der  Tochterkeime  (Fig.  17),  oder  sie  sind  zwar
bleibend,  aber  werden  nicht  selten  kleiner  und  erhalten  andereFormen
(Fig.  15).  Sie  füllen  sich  wieder  entweder  mit  plastischer  Masse,
oder  mit  kugeligen  Blastemen  (Fig.  19),  und  zwar  entweder  ganz  oder
nur  an  zwei  entgegengesetzten  Polen  (Fig.  20),  oder  selbst  nur  an
einem  Pole  (Fig.  21).  Diese  Keime  werde  ich  Muldenkeime  nennen.
            
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