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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

und  blasiger  Gebilde  im  thierischen  Organismus.

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Aber  nicht  immer  hat  die  Natur  ihre  Entwickelungen  an  diese
Zwischenglieder  gebunden,  sondern  sie  weiss  auch  ähnliche  Formen
wie  die  bisher  beschriebenen  auf  einem  anderen  Wege  zu  erzeugen.
Die  Blastemfurchung  ist  ein  in  der  organischen  Natur  weit  verbreiteter ­
  Process,  welcher  die  Mittel  bietet,  durch  eine  Combination
verwandter  Formen  die  verwickeltsten  Aufgaben  thierischer  Architektonik ­
  zu  lösen.
Blasteme  entwickeln  sich  in  allen  jenen  thierischen  Flüssigkeiten, ­
  welche  zur  Bildung  organischer  Theile  bestimmt  sind.  Mit
dem  Auftreten  der  Blasteme  verlassen  diese  plastischen  Flüssigkeiten
den  Zustand  der  formellen  Indifferenz,  indem  sie  selbstständige  Formen ­
  entwickeln.  Blasteme  nenne  ich  kugelartige  Massen,  welche  den
Gallertkugeln  fast  ähnlich,  farblos,  durchsichtig,  schattenlos  sind,
ihre  ursprünglich  runde  Form  gleich  tropfenartigen  Gebilden  leicht
verändern,  mannigfacher  Verbindungen,  Theilungen  fähig  sind,  und
aus  Proteinsubstanz  bestehen.  Sie  bilden  die  Grundlage  aller  grösseren ­
  thierischen  Theile,  und  sie  sind  es  auch,  mit  deren  Veränderungen ­
  wir  uns  im  Folgenden  hauptsächlich  beschäftigen  werden.
Einige  der  wichtigeren  Veränderungen  werde  ich  vorausschicken.
Das  Blastem  —  ein  mikroskopisches  Gebilde  —  kann,  da  es
ganz  durchsichtig  ist,  in  der  plastischen  Flüssigkeit,  in  der  es  vorkommt, ­
  oft  nur  mit  Mühe  gesehen  werden.  Bald  aber  tritt  es  dadurch
deutlicher  hervor,  dass  sich  seine  periphere  Schichte  trübt,  während
das  Innere  hell  bleibt.  Zusatz  von  Weingeist  hebt  diesen  Unterschied ­
  noch  deutlicher  hervor.  Dieser  Trübung  folgt  bald  eine
grössere  Zähigkeit  der  äusseren  Schichte,  und  hiermit  ist  der  Anfang
eines  bläschenartigen  Gebildes  gegeben.  Die  Dicke  der  äusseren
Schicht—  Wandschichte  von  nun  an  genannt—  ist  aber  keineswegs
eine  ganz  zufällige;  sie  folgt  vielmehr  dem  allgemeinen  Entwickelungsgesetze ­
  S  =  3M-)-l  und  Z=  nÄ-(n-l)  0-5,  d.  h.  sie
lässt  sich  gerade  so  berechnen,  als  wäre  sie  ein  aliquoter  Theil  der
oben  sogenannten  Aussenschale  oder  diese  Aussensehaie  der  Keim
selbst,  und  ihre  Berechnung  soll  später  auch  wirklich  auf  dieses
Gesetz  gegründet  werden.  Hat  sich  das  Blastem  in  dieser  Weise
zu  einem  bläschenartigen  Gebilde  umgestaltet,  so  wird  es  von  mir
Keim  genannt,  wie  jene  oben  geschilderten  aus  Aussenschale,
Kernschale  und  Markraum  bestehenden  Gebilde.  Seine  Form  ist  in
Flg.  12  abgebildet.
SUib.  d.  mathcin.-natunv.  CI.  X.  Bd.  IV.  Hft.

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