Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

und  blasiger  Gebilde  im  thierischen  Organismus.

549

stand  befremden,  dass  neben  dem  noch  nicht  völlig  getrennten  Kerne
schon  neue  Kerne  sich  befinden,  die  dem  alten  Kerne  dicht  anliegen,
ohne  dass  es  begreiflich  wird,  was  aus  dem  in  zwei  Hälften  zerfallenen
älteren  Kern  werden  soll;  denn  so  und  nicht  anders,  d.  h.  dicht  neben
dem  vermeintlichen  in  Theilung  begriffenen  Kerne,  zeigen  sich  uranfänglich
  jene  neuen  symmetrisch  gelagerten  Kerne,  wie  dies  ein  Blick
auf  die  Fig.  10  zeigt.
Sonach  entwickeln  sich  aus  den  mikroskopischen  Elementen  nach
bestimmten  Gesetzen  makroskopische  Formen,  entweder  blasenartige
Gebilde,  oder  durch  regelmässige  Verbindung  der  letztem  Canäle,
Röhrenverzweigungen,  bestimmt,  einen  verschiedenen  Inhalt  aufzunehmeu,
  um  denselben  entweder  weiter  zu  führen,  oder  neu  zu  gestalten ­
  und  ihm  die  Form  von  Organen  zu  geben.  Und  hier  beginnt
die  neue  Untersuchung,  welche  sich  nicht,  wie  bei  der  Erforschung
der  Knochenentwickelung,  nur  darauf  beschränkt,  anzugeben,  nach
welchen  numerischen  Gesetzen  die  Zellen  zu  Bläschen  ,  diese  zu
Röhren  sich  entwickeln,  oder  welche  Durchmesserverhältnisse  die  einzelnen ­
  Kugelschalen  der  mikroskopischen  oder  makroskopischen  Bläschen ­
  zeigen,  sondern  welche  die  Art  der  Entwickelung  der  Organe
und  Organismen  aus  mikroskopischen  Formen  ins  Auge  fasst,  und  die
numerischen  Verhältnisse  nur  in  so  weit  berücksichtiget,  als  sie  zur
Beweisführung  nicht  entbehrt  werden  können.
Das  zusammengesetzte  Gebilde,  auf  das  ich  bei  meinen  bisherigen
Untersuchungen  gekommen  war,  ist  sonach  ein  gleichsam  aus  drei
concentrischen  Schichten  bestehendes  Bläschen,  dessen  ursprüngliche
Form  die  kugelrunde  ist.  Da  jedoch  der  Wachsthums-Coeflicient  n  der
Zellen,  aus  denen  sich  dieses  Bläschen  entwickelt,  oft  nach  der  einen
Richtung  des  Kernes  grösser  ist  als  nach  der  zweiten  und  dritten,  so
nimmt  das  Bläschen  allmählich  mehr  eine  ellipsoide  Form  an.
Die  Wände  des  Bläschens  sind  im  Verhältnisse  zum  Innenraum
um  so  dicker,  je  kleiner,  d.  h.  je  jünger,  das  Bläschen  ist.
Die  äussere  Wandschichte  dos  Bläschens  erscheint  kurz  nach
seiner  Entstehung  vollkommen  structurlos,  farblos  und  durchsichtig;
die  Kernschale  lässt  anfangs  die  Kerne  noch  erkennen,  später  dagegen ­
  schwindet  jede  Andeutung  der  ursprünglichen  Kerne  in  derselben; ­
  im  Innenrau  me  des  Bläschens  ist  ausser  der  Scheidewand,
die  zuweilen  erst  später  zu  Grunde  geht,  anfangs  kein  irgendwie
geformter  Inhalt  zu  erkennen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.