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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

und  blasiger  Gebilde  im  thieriscben  Organismus.

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und  Erklärung,  dann  glaube  ich,  wird  sich  heraussteilen,  dass  ich
diesem  Kriterium  hei  meinen  Untersuchungen  genügt  habe;  ist  jene
die  richtigste  Theorie,  aus  der  die  Thatsachen  auf  das  ungezwungenste
sich  ergeben  und  die  nirgends  im  ernsten  Widerspruche  mit  anerkannten ­
  Thatsachen  steht,  dann  kann  ich  mir  schmeicheln,  nicht  Zeit
und  Mühe  umsonst  vergeudet  zu  haben,  und  ich  darf  hoffen,  der  Zustimmung ­
  von  Fachgenossen  mich  zu  erfreuen.
Bei  den  Untersuchungen  über  die  Knochenentwickelung  war  ich
auf  ein  merkwürdiges  Bildungsgesetz  gekommen.  Ich  hatte  gefunden,
dass  durch  ein  Verschmelzen  zweier  sogenannter  Zellen  und  durch
eine  allmähliche  nach  bestimmten  Gesetzen  vor  sich  gehende  Vergrösserung
  derselben  jene  von  Knochenwänden  gebildeten  Röhren
sich  entwickeln,  welche  den  Knochen  allenthalben,  besonders  aber  in
der  schwammigen  Substanz  durchziehen.  Die  bei  dieser  Gelegenheit
angeführten  Thatsachen  liegen  nun  den  Untersuchungen,  die  in  dieser ­
  Abhandlung  niedergelegt  werden,  zu  Grunde,  daher  es  nöthig
sein  dürfte,  dieselben  nochmals  musternd  zu  durchblicken,  aufs
Neue  auf  deren  Richtigkeit  zu  prüfen  und  das  dort  Mangelnde  zu
ergänzen.
Nach  meinen  früheren  Beobachtungen  stehen  die  Durchmesser
des  Kerns  und  der  Zelle  in  einem  gesetzmässigen  Verhältnisse,  das
zwar  mit  dem  Grösserwerden  beider  aber  nur  nach  bestimmten  Gesetzen ­
  sich  verändert,  so  dass  dieses  Verhältnis  durch  eine  allgemeine ­
  Formel  ausgedrückt  werden  kann.  Ich  fand  für  diese  Formel:
Z  =  nfi—(>i—0  0005),  wo  Z  den  Durchmesser  der  Zelle,  K
jenen  des  Kerns,  n  (der  Wachsthums-Coefficient)  eine  ganze  Zahl
bedeutet,  die  zwischen  2  incl.  und  8  variiren  kann,  Während
0.0005,  für  alle  Werthe  von  n  gleich  Pariser  Zolle  bedeutet.  Der
Werth  von  n  kann  bei  ein  und  derselben  Zelle  in  verschiedenen
Hauptdimensionen  verschieden  sein,  und  ist  es  auch  immer  dann,
wenn  die  Zelle  in  der  einen  Richtung  mehr  wächst  als  in  der
andern.  Daher  ist  eine  Zelle  oft  um  '/ 9 ,  y 6 ,  %,  %,  */„,  um  die  Hälfte
länger  als  breiter.  Für  die  erste  Entwickelung  ist  n=3.
Der  sogenannte  Zellenkern  ist  meiner  Überzeugung  nach  nicht
immer  ein  Gebilde,  das  excentrisch  an  der  Zellenwand  befestigt  ist,
sondern  er  ist  vielmehr  ursprünglich  meist  central  und  mithin  von  den
Zellenwänden  nach  allen  Richtungen  in  bestimmten  und  gleichen  Entfernungen ­
  umfangen.
            
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