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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Die  Entwickelung  rühriger

Entozoen,  nicht  unberücksichtigt  lässt.  Ursprünglich  wurde  die  Arbeit ­
  mit  dem  Säugethierfötus  begonnen,  bald  aber  wegen  der  Masse
des  nöthigen  Materiales,  dann  aber  auch  der  leichteren  Handhabung
desselben  der  Hühnerfötus  vorzugsweise  zur  Untersuchung  gewählt.
Dass  ich  die  Arbeit  nicht  ganz  zu  Ende  geführt  habe,  wird  mir  Niemand ­
  verargen,  wer  die  Reichhaltigkeit  der  Entwickelungsgeschichte
überhaupt  kennt  und  die  Schwierigkeit  der  Detail-Arbeit  überblickt;
auch  darf  ich  erwarten,  dass  das  Princip  der  Untersuchung  einer  aufmerksamen ­
  Prüfung  gewürdigt  werde,  wenn  auch  die  Durchführung
im  Einzelnen  vielleicht  lückenhaft,  einer  genauem  Begründung  bedürftig, ­
  selbst  fehlerhaft  erscheinen  sollte.
Das  Bedürfniss  eines  leitenden  Principes  wird  sich  hei  Jedem
fühlbar  machen,  der  sich  mit  der  physiologischen  oder  pathologischen
Entwickelungsgeschichte  und  überhaupt  mit  der  Entwickelung  makroskopischer ­
  Formen  aus  mikroskopischen  Theilen  beschäftigt.  Die  bisherige ­
  Entwickelungsgeschichte  bietet  uns  eine  Fülle  genauer  Beobachtungen ­
  und  ausgezeichneter  Entdeckungen,  aber  Niemand  wird  sich
verhehlen,  dass  es  den  aufgefundenen  Thatsachen  an  innerem  Zusammenhänge ­
  fehlt,  dass  wir  zwar  wissen,  welche  Vorgänge  bei  der  organischen ­
  Entwickelung  auf  einander  folgen  aber  von  dem  Wie  und
Warum  nicht  die  geringste  Kenntniss  besitzen.  Manche  Vorkehrungen,
welche  die  Natur  bei  der  Bildung  der  Organismen  in  Anwendung
bringt,  scheinen  uns  theils  unnöthig,  theils  nur  Umwege  zu  sein,  ja
sie  setzen  uns  sogar  in  Verlegenheit,  wenn  wir  unsere  gewohnten
Vorstellungen  über  Zweckmässigkeit  der  Natureinrichtungen  auf  sie
übertragen  sollten.  Werfen  wir  einen  Blick  auf  die  Missbildungen,  so
müssen  wir  vollends  gestehen,  dass  die  Auffindung  eines  nur  einigermassen
  befriedigenden  Gesetzes  und  Erklärungsgruudes  zu  den  ersten
Erfordernissen  gehört,  wenn  überhaupt  von  einem  Fortschritte  in
diesem  Zweige  der  Naturwissenschaften  die  Rede  sein  soll,  denn  das
was  man  bisher  Gesetze  und  Erklärungen  in  diesem  Gebiete  geheissen
hat,  wird  wohl  Niemand  im  Ernste  für  diese  ausgeben  wollen;  ebenso
wenig  können  die  bisherigen  Eintheilungen  der  Missbildungen  genaueren ­
  Anforderungen  genügen.
Wenn  nach  dem  eben  Gesagten  ich  fast  unbescheiden  erscheinen
mag,  indem  ich  gleichsam  von  mir  ausgehende  grosse  Reformen  ahnen
lasse,  so  möge  man  das  Urtlieil  bis  nach  Beendigung  der  Arbeit  verschieben. ­
  Ist  Einfachheit  das  Merkmal  einer  naturwüchsigen  Theorie
            
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