Über einige noch nicht beschriebene Pseudomorphosen.
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III. Aus den Erzgängen von Joachimsthal.
1. Pharmakolith in Formen des Realgar. Von Sillem
(1. c. Pag. 515) angeführt.
2. Die so allgemein verbreitete Pseudomorpliose von Quarz
nach Kalkspath ist auch bei Joachimsthal vorgekommen. An einer
mir vorliegenden Stufe sind auf Hornstein und nierenförmigem strahligem
Markasit kurz säulenförmige gelbliche und bräunliche Afterkrystalle
(ß — 1. R oo) aufgewachsen, die aus Quarz bestehen,
im Innern sehr porös, auf der Oberfläche grobdrusig, mit regellos
gehäuften kleinen.Quarzkryställchen (P.P -j- oo) besetzt sind.
3. Wie bei Pribram finden sich auch hier Pseudomorphosen
von Silb ergia ser z nach ge di eg en Silber. Ein mir vom Herrn
Berggeschwornen Vogel in Joachimsthal gütigst mitgetheiltes, etwa
5 /V' grosses Exemplar besteht fast ganz aus feinen, mannigfach in
einander geflochtenen haar- oder drathförmigen längsgerieften Gestalten,
wie sie das gediegene Silber darzubieten pflegt.
Einzelne derselben sind ganz aus feinkörnigem Glaserz zusammengesetzt
; andere erscheinen an der Peripherie, mehr weniger tief
eindringend, in eine perl- oder gelblichgraue, glanzlose, erdige
Masse umgewandelt, die dem Ansehen nach dem Hornsilber ähnlich
ist, bei der chemischen Prüfung aber keine Spur von Chlor wahrnehmen
liess. Eine genauere chemische Untersuchung war wegen
der geringen Menge der Substanz und der Unmöglichkeit, sie vom
unterliegenden Silberglanz zu sondern, nicht ausführbar. Die Oberfläche
dieser erdigen Substanz ist bei vielen Dräthen wieder mit seinkleinen
Glaserzkrystallen, mitunter reihenweise, besetzt, so wie sich
grössere dergleichen (//. 0 und H.O.D.') überall zwischen den
Dräthen zerstreut finden.
Auch die Sammlung des böhmischen Museums enthält ein grosses
Exemplar, das in einem Drusenraume eine beträchtliche Masse
solcher unter einander gewirrter drath- und haarförmiger Pseudomorpliosen
von der oben beschriebenen Beschaffenheit zeigt. Sie sind
zum Theile bohl und äusserlich hie und da mit 1—3"' grossen Krystallen
von Glaserz (//. O.Z>) und Kalkspath (ß.ß -j- oo) besetzt.
4. In ganz ähnlichen, drathförmigen Gestalten findet sich auch
lichtes Roth gütige rz. Sie sind auf Hornstein aufgewachsen und
zeigen im Innern feinkörnige Zusammensetzung. Äusserlich sind sie
theils mit der oben erwähnten grauen erdigen Substanz überzogen,
Sitzb. d. matliem.-naturw. CI. X Bd. I. Hfl. <t