Engel. DieEntwickel. rühriger und blasiger Gebilde im thier. Organismus. 543
„Weniger wahrscheinlicher scheint mir die Erklärungsweise
der Entstehung dieser Krystalle nach dem Zurücktreten des Wassers
aus den aufsteigenden Wasserdiinsten, ungefähr wie bei Entstehung der
Eiskrystalle an den Fenstern, denn es ist kaum wahrscheinlich, dass
hei einer ziemlich niedrigen Temperatur Krystalle von so bedeutenden
Dimensionen (sie waren in der Richtung der Axe zwei bis
drei Linien lang) in verhältnissmässig so kurzer Zeit auf diese Art
sich bilden sollten.”
SITZUNG VOM 28. APRIL 1853.
Herr Dr. Johann Ho ff er, Vorsteher des k. k. physikalischastronomischen
Hof-Cabinetes überreicht zwei versiegelte Pakete,
ddo. 2o. und 28. April 1. J. zur Aufbewahrung.
Eingesendete Abhandlungen.
Die Entwickelung rühriger und blasiger Gebilde im
thierischen Organismus.
Von Prof. Engel in Prag.
(Mit II Tafeln.)
Meine Untersuchungen über die Entwickelung der Markröhren
m den Knochen hatten in mir die Überzeugung hervorgerufen, dass
dieselben Entwickelungsgesetze nicht nur auf andere rührige Gebilde
des Organismus mit nur geringen Modificationen angewendet werden
können, sondern dass es auch gelingen werde, die zusammengesetzten
können ganzer Organismen auf die einfachste mikroskopische Form
zurückzitführen und sie nach denselben Gesetzen wie diese und
gleichsam aus dieser organischen Grundgestalt abzuleiten. Ob mich
memo Zuversicht täuschte, wird sich aus der vorliegenden Abhandlung
ergeben, die sich zunächst mit der Entwickelung des Hühnerfötus
beschäftigt, gelegentlich jedoch auch auf Präparate vomMenschenund
Säugethierfötus hinweist, ja selbst niedere Organismen, wie z. B,