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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Sch  r  ö  11  e  r.

miden-ähnliche  Gestalten,  welche  aber  aus  treppenförmig  neben
einander  gelagerten  Combinationen  von  gleichkantigen  sechsseitigen
Pyramiden  und  sechsseitigen  Prismen  bestanden.  Die  Krystalle
waren  überdies  hohl,  so  dass  die  einzelnen  Prismen  aus  sechs  parallelopipedischen
  Streifen,  welche  sich  in  Form  eines  regelmässigen
Sechseckes  an  einander  lagerten,  gebildet  wurden.  Diese  einzelnen
Sechsecke  aber  waren  von  verschiedener  nach  oben  hin  gleichmässig
ah-  oder  zunehmender  Grösse  und  unter  einander  durch  die  ähnlich
gebildeten  sechsseitigen  Pyramiden  verbunden,  wie  der  Durchschnitt
B  der  nebenstehenden  Figur  zeigt.  Gewöhnlich  hatten  die  Krystalle

die  Spitze  der  Eisplatte  zugekehrt,  wie  A  einen  vorstellt,  und  nur
selten  war  das  Gegentheil,  wie  in  Figur  C.,  der  Fall.  —  Diese  Beobachtung ­
  erklärt  auf  eine  höchst  einfache  Art,  die  von  Leydolt  an
den  Eisplatten  beobachteten  Vertiefungen,  welche  den  hier  angeführten ­
  Krystallbildungen  sehr  ähnlich  sind,  und  beim  Kochsalz
und  vielen  anderen  Krystallen  finden  sich  ganz  analoge  Bildungen.
Das  Vorkommen  dieser  Krystalle  dürfte  auch  über  die  Art  der  Krystallbildung
  des  Eises  bei  bedeutenden  Wassermengen  Aufschluss
geben.”
„Wenn  nämlich  auch  die  Eisplatten,  wie  man  sie  gewöhnlich
trifft,  nur  selten  die  angedeuteten  Formen  zeigen,  so  scheint  es
mir  doch  wahrscheinlich,  dass  die  Krystalle  an  dem  unteren  Tlieile
der  Eisplatte  schon  gebildet  waren,  bevor  noch  das  Wasser  zurücktrat, ­
  und  dass  sie  durch  das  Abfliessen  des  Wassers  nur  isolirt,  nicht
aber  dass  durch  das  Ansetzen  neuer  Eismengen  ihre  Formen  zerstört
wurden.  Für  diese  Bildungsart  sprechen  nicht  nur  die  von  Leydolt
beobachteten  Vertiefungen  an  Eisplatten,  sondern  es  stimmt  dieselbe
auch  mit  dem  Krystallisiren  des  geschmolzenen  Schwefels,  Wismuth
u.  s.  w.  überein.”
            
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