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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  das  Gefrieren  des  Wassers  im  luftverdünnten  Raume.

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Höhe  von  ungefähr  18430  Metern,  was  freilich  viel  über  der  grössten
Höhe  unserer  Berge  und  wohl  auch  über  der  Region  der  Hagelwolken
liegt.  Da  aber  die  Temperatur  bei  zunehmender  Höhe  bedeutend  abnimmt ­
  (wodurch  die  obige  Höbe  etwas  vermindert  wird),  so  werden
in  der  Natur  schon  bei  höheren  Barometerständen  d.  h.  in  geringeren
Höhen  jene  Erscheinungen  eintreten,  welche  unter  der  Luftpumpe
erst  bei  einem  geringeren  Drucke  vor  sich  geben.  Hierbei  kommt
noch  zu  berücksichtigen,  dass  die  absorbirenden  Mittel  in  der  Natur
durch  trockene  Luftströme  und  den  unbegrenzten,  oft  trockenen  Raum,
der  eigentlich  das  vollkommenste  Absorbens  ist,  ersetzt  werden.  Versuche ­
  zeigten,  dass  ein  trockener  Luftstrom  von  3—4°  Wärme  bei
gewöhnlichem  Luftdrucke  eine  verdunstende  Wassermasse  von  einigermassen
  vergrösserter  Oberfläche  in  wenigen  Stunden  von  12°
bis  auf  0°  und  darunter  abkühlt,  zumal  wenn  der  Zufluss  der  Wärme
von  aussen  verhällnissmässig  vermindert  wird.
Jedenfalls  ist  man  im  Stande  mittelst  der  Luftpumpe  die  Verhältnisse ­
  des  Druckes,  der  Verdunstung  und  Temperatur,  welche
einer  bestimmten  Höhe  entsprechen,  ganz  naturgemäss  darzustellen
und  beliebig  abzuändern,  um  so  den  Einfluss  eines  jeden  der  einzelnen ­
  Umstände  genau  zu  erforschen.
Ich  muss  es  den  Fachmännern  überlassen,  hierauf  näher  einzugehen, ­
  da  mir  weder  die  Mittel,  die  Versuche  weiter  fortzuführen  und
ihnen  eine  grössere  Genauigkeit  zu  geben,  zu  Gebote  stehen,  noch  die
Zeit  es  mir  erlaubt,  die  nöthigen  Vorstudien  zur  Bearbeitung  eines  so
ausgedehnten  Gebietes  zu  machen.

Nachtrag:
Notiz  übei’  die  Kristallbildung  des  Eises.
Als  Beitrag  zur  Kenntniss  der  Stellung  der  Individuen  in  den
Eisplatten,  theilte  mir  Herr  J.  Schabus  folgende  Beobachtung  mit,
welche  derselbe  schon  im  Winter  des  Jahres  1830  gemacht  hatte-„An
  einer  Stelle  des  kleinen  Seitenarms  der  Donau  bei  Wien
hatten  sich  Eisplatten  von  mehreren  Linien  Dicke  gebildet,  von  denen
an  den  Ufern  das  Wasser  bereits  zurückgetreten  war,  so  dass  zwischen
diesem  und  dem  Eise  ein  Zwischenraum  entstand.  An  der  dem
Wasser  zugekehrten-Seite  der  Eisplatten  waren  ganz  eigenthümlich
ausgebildete  Eiskrystalle  zu  sehen.  Es  waren  sechsseitige,  pyra-
            
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