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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Schrotte  r.

Die  liier  mitgetheilten  Versuche  sind  zwar  noch  weit  entfernt  den
betreffenden  Gegenstand  zu  erschöpfen,  und  die  numerischen  Angaben
besitzen  bei  weitem  nicht  jene  Schärfe,  die  nothwendig  wäre,  um  Anhaltspunkte ­
  für  die  Rechnung  zu  gewinnen,  dessungeachtet  lassen  sie
einige  Folgerungen  zu,  welche  eine  weitere  Beachtung  verdienen.  Die
wichtigste  ist  wohl  die,  dass  man  nun  im  Stande  ist  mit  einer  verhältnissmässig
  sehr  geringen  Menge  Eis,  nämlich  nach  den  Versuchen
(S)(16)  mit  3  Grammen  für  die  Stunde,  beliebige  Körper  durch  eine
lange  Zeit  einer  Temperatur  von  mindestens  —38  bis—40°  ununterbrochen ­
  und  fast  ohne  alle  Kosten  auszusetzen.  Es  wird  dadurch  möglich, ­
  Fragen  zu  beantworten,  die  nur  zu  stellen  man  bisher  kaum
dachte,  da  es  ganz  und  gar  an  den  Mitteln  zu  Beantwortung  derselben ­
  fehlte.
Dass  ferner  die  nähere  Kerintniss  der  Verdunstungsverhältnisse
des  Eises  zum  besseren  Verständniss  mancher  in  der  Natur  verkommender ­
  Erscheinungen  führen  muss,  dürfte  kaum  in  Zweifel  gezogen ­
  werden.  Es  ist  vielmehr  sehr  wahrscheinlich,  dass  gerade  in
der  Vernachlässigung  eines  umfassenden  Studiums  dieser  Verhältnisse ­
  der  Grund  zu  suchen  ist,  warum  so  manche  Erscheinungen  an
Gletschern,  Eishöhlen,  dann  der  Vorgang  bei  der  Bildung  des  Hagels
sich  noch  in  einigem  Dunkel  befinden.  Dass  manche  hierhergehörige
Fragen  durch  Versuche  im  Laboratorium  vielleicht  leichter  als  durch
Beobachtung  der  Natur  im  Grossen  entschieden  werden  können,  geht
zwar  schon  aus  den  oben  mitgetheilten  Thatsachen  hervor;  der
folgende  Versuch  (19)  zeigt  dies  aber  ganz  besonders  deutlich.
Der  Eiscylinder  hatte,  als  der  Luftdruck  bis  auf  4  Mm.  vermindert
war,  eine  Temperatur  von  —1°,  die  äussere  Luft  von  16°;  nach  3'/ 2
Stunden  war  die  Temperatur  des  Eises  auf  —20°  gesunken.  Der
Hahn  wurde  nun  etwas  weniges  geöffnet,  so  dass  Luft  zutreten  konnte
und  die  Barometerprobe  auf  33  Mm.  stand,  die  Temperatur  war  bis
auf—9°  gestiegen.  7  Stunden  später  betrug  der  Luftdruck  60  Mm.
wobei  die  Temperatur  nur  um  1°,  nämlich  bis  auf  —8  gestiegen
war.  Als  nun  nochmals  auf  6  Mm.  ausgepumpt  wurde,  sank  die  Temperatur ­
  schon  nach  10  Minuten  wieder  bis  auf-—25°herab.  Bei  nochmaliger ­
  geringer  Vermehrung  des  Luftzutrittes  war  nach  18  Stunden
der  Barometerstand  bis  auf  74  Mm.  und  die  Temperatur  endlich  bis
0°  gestiegen.  Einem  Barometerstände  von  74  Mm.  entspricht,  einein
allen  Höhen  gleichmässige  Temperatur  von  0°  vorausgesetzt,  eine
            
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