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Schrotte r.
Die liier mitgetheilten Versuche sind zwar noch weit entfernt den
betreffenden Gegenstand zu erschöpfen, und die numerischen Angaben
besitzen bei weitem nicht jene Schärfe, die nothwendig wäre, um Anhaltspunkte
für die Rechnung zu gewinnen, dessungeachtet lassen sie
einige Folgerungen zu, welche eine weitere Beachtung verdienen. Die
wichtigste ist wohl die, dass man nun im Stande ist mit einer verhältnissmässig
sehr geringen Menge Eis, nämlich nach den Versuchen
(S)(16) mit 3 Grammen für die Stunde, beliebige Körper durch eine
lange Zeit einer Temperatur von mindestens —38 bis—40° ununterbrochen
und fast ohne alle Kosten auszusetzen. Es wird dadurch möglich,
Fragen zu beantworten, die nur zu stellen man bisher kaum
dachte, da es ganz und gar an den Mitteln zu Beantwortung derselben
fehlte.
Dass ferner die nähere Kerintniss der Verdunstungsverhältnisse
des Eises zum besseren Verständniss mancher in der Natur verkommender
Erscheinungen führen muss, dürfte kaum in Zweifel gezogen
werden. Es ist vielmehr sehr wahrscheinlich, dass gerade in
der Vernachlässigung eines umfassenden Studiums dieser Verhältnisse
der Grund zu suchen ist, warum so manche Erscheinungen an
Gletschern, Eishöhlen, dann der Vorgang bei der Bildung des Hagels
sich noch in einigem Dunkel befinden. Dass manche hierhergehörige
Fragen durch Versuche im Laboratorium vielleicht leichter als durch
Beobachtung der Natur im Grossen entschieden werden können, geht
zwar schon aus den oben mitgetheilten Thatsachen hervor; der
folgende Versuch (19) zeigt dies aber ganz besonders deutlich.
Der Eiscylinder hatte, als der Luftdruck bis auf 4 Mm. vermindert
war, eine Temperatur von —1°, die äussere Luft von 16°; nach 3'/ 2
Stunden war die Temperatur des Eises auf —20° gesunken. Der
Hahn wurde nun etwas weniges geöffnet, so dass Luft zutreten konnte
und die Barometerprobe auf 33 Mm. stand, die Temperatur war bis
auf—9° gestiegen. 7 Stunden später betrug der Luftdruck 60 Mm.
wobei die Temperatur nur um 1°, nämlich bis auf —8 gestiegen
war. Als nun nochmals auf 6 Mm. ausgepumpt wurde, sank die Temperatur
schon nach 10 Minuten wieder bis auf-—25°herab. Bei nochmaliger
geringer Vermehrung des Luftzutrittes war nach 18 Stunden
der Barometerstand bis auf 74 Mm. und die Temperatur endlich bis
0° gestiegen. Einem Barometerstände von 74 Mm. entspricht, einein
allen Höhen gleichmässige Temperatur von 0° vorausgesetzt, eine