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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  das  Gefrieren  des  Wassers  im  luftverdiinnten  Raume.

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wahrscheinlich  nicht  die  niedrigste,  welche  man  auf  diesem  Wege
zu  erzeugen  vermag.  Denn  offenbar  würde  bei  einer  grösseren  Menge
von  Eis,  einer  Beförderung  der  Verdunstung  durch  vollkommnere
Verdünnung  der  Luft  und  raschere  Absorption,  sowie  einer  stärkeren
Abkühlung  von  aussen,  noch  eine  niedrigere  Temperatur  erreicht  werden ­
  können,  indem  die  Grenze  der  weiteren  Erkaltung  erst  dann  eintritt,
  wenn  das  Eis  die  Temperatur  erreicht  hat,  bei  welcher  es  gar
nicht  mehr  verdunstet.  Der  Mangel  an  Schnee  in  diesem  Winter
hinderte  mich,  die  Versuche  in  der  angezeigten  Richtung  fortzusetzen.
Ich  musste  mich  daher  begnügen,  wenigstens  noch  den  Einfluss  eines
kräftiger  wirkenden  absorbirenden  Mittels  als  die  Schwefelsäure  ist
auf  den  hervorzubringenden  Kältegrad  zu  untersuchen.  Ich  wählte
hierzu  die  wasserfreie  Phosphorsäure,  welche  ausser  ihrem  an  sich
stärkeren  Verdichtungsvermögen  für  Wasserdünste  noch  den  grossen
Vorzug  des  pulverigen  Zustandes  besitzt,  vermöge  welchem  sie  sich
nicht  wie  die  Schwefelsäure  mit  einer  Schichte  von  Flüssigkeit  bedeckt, ­
  die  nur  wenig  Wasser  mehr  aufnimrot,  während  die  unteren
Schichten  der  Säure  noch  fast  ganz  unverdünnt  sind.  Die  zu  dem  folgenden ­
  Versuche  (18)  dienende  Phosphorsäure  wurde,  wie  ich  es  bei
einer  anderen  Gelegenheit 1 )  beschrieben  habe,  durch  Verbrennen
von  amorphem  Phosphor  in  trockener  atmosphärischer  Luft  erzeugt,
und  war  so  vollkommen  wasserfrei,  dass  sie  als  ein  staubiges,  von
unverbranntem  amorphen  Phosphor  blass-röthlich  gefärbtes  Pulver
erschien.  Die  Temperatur  des  Eiscylinders  sank,  nachdem  bis  auf
2  Mm.  ausgepumpt  war,  schon  nach  45  Minuten  bis  auf  —31°
herab,  während  das  neben  demselben  hängende  Thermometer  nicht
unter  -j-  12°  ging.  Dieser  Versuch  musste  leider  unterbrochen,
werden  da  die  Menge  der  angewendeten  Phosphorsäure  zu  gering
war  und  daher  zu  bald  an  Absorptionsvermögen  verlor.  Aus  der
kurzen  Zeit  aber,  in  welcher  das  Thermometer  einen  so  niedrigen
Stand  erreichte,  darf  man  schliessen,  dass  man  in  der  That  bei  einer
genügenden  Menge  dieser  Säure  unter  das  oben  angegebene  Minimum
der  Temperatur  gelangen  kann.  Die  Umstände  erlaubten  mir  jedoch
nicht  dieVersuche  für  jetzt  in  dieser  Richtung  fortzusetzen.

')

Die  Äquivaletltbestimm^lng•  des  Phosphors.  In  den  Denkschriften  der  k.  Akademie ­
  der  Wissenschaften,  Bd.  IV,  S.  119.
            
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