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Schrotte r.
Erscheinungen, welche vielleicht einige Aufmerksamkeit verdienen.
Es entsteht nämlich zuerst an der Oberfläche, von der die Abkühlung
ausgeht, eine 1—2 Mm. dicke, aus verworrenen Krystallen
bestehende, daher trübe Schichte. An diese reiht sich jedoch eine
zweite oft vollkommen klare Schichte von Eis an, deren Dicke
immer zunimmt, bis sie endlich den Boden erreicht. Die untere
Seite dieser Eisschichte ist von einer spiegelnden Ebene so vollkommen
scharf begrenzt, als wären zwei blank polirte, ebene
Glasplatten von verschiedener lichtbrechender Kraft an einander gekittet.
Enthielt das Wasser Luft, so ist die Schichte nicht klar, sondern
von kleinen Blasen erfüllt, die ganz regelmässig in verticalen
Linien über einander liegen. Ehe diese spiegelnde Eisschichte den
Boden des Gefässes erreicht hat, bilden sich zuweilen in ihr hohle, mit
der Spitze nach abwärts gekehrte, gleichkantige sechsseitige Pyramiden,
die sich sämmtlicli in paralleler Stellung befinden. Dieser
Vorgang ist mit den von Brewster, Leydolt u. A. angestellten
Beobachtungen so vollkommen im Einklang, dass kein Zweifel mehr
über die Anordnung der Krystalle beim Gefrieren des Wassers obwalten
kann. Zuweilen schiessen aus der spiegelnden Ebene einzelne nadelförmige
Krystalle nach abwärts hervor, welche anscheinend eine unregelmässige
Lage haben, bald aber kommen dann noch andere hinzu,
und es zeigt sich hei näherer Betrachtung, dass diese Krystalle hur
ergänzende Theile der oben erwähnten Pyramiden sind. Eine ruhig
erstarrte Eismasse besteht also auch unter den hier statlfindenden
Umständen aus Individuen, die sich sämmtlicli in paralleler Stellung
befinden und sich daher optisch wie ein Individuum verhalten. Dies
scheint von allen Körpern zu gelten, die unter ähnlichen Umständen
entstanden sind 1 ).
Es war nun von Wichtigkeit das Verhalten des Eises in einer
bis zu einem Druck von 2—-3 Mm. verdünnten Luft zu untersuchen.
Schon Con fil i a eh i hat nachgewiesen, dass durch die hierbei stattfindende
Verdunstung eine Kälte erzeugt wird, die Quecksilber zum
Gefrieren bringen, also mindestens —39'44° erreichen kann. Um
so auflallender bleibt es, dass auch diese schöne Beobachtung wenig
r ) Veranlasst durch die oben erwähnten Thatsachen theilte mir Herr Schabus
eine hieher gehörende interessante Beobachtung mit, die sich am Ende
dieses Aufsatzes als Anhang abgedruckt findet.