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Vermuthung sehr nahe, dass früher der Bleiglanz die Krystalle ganz
zusammensetzte, dass derselbe aber später — von innen nach aussen
fortschreitend — durch Schwefelkies verdrängt wurde, bis endlich
von ihm nur der Peripherie zunächst eine dünne Binde übrig blieb.
II. Aus den Bleierzgängen von Mies.
1. Brauneisenstein nach Pyromorphit. Schon von
Sillem (1. c. Pag. S29) erwähnt.
2. Weissbleierz nach Bleiglanz. Auf einem aus Bleiglanz
bestehenden und mit kleinen Quarzkrystallen überzogenen Handstücke
sitzt nebst einzelnen kleinen undeutlichen, halb zu Mulm aufgelösten
Bleiglanzkrystallen und gelblichweissen glänzenden säulenförmigen
Weissbleierz-Krystallen ein etwa 1 / z " grosser Würfel, der aus beinahe
farblosem, halbdurchsichtigem, grosskörnigem Weissbleierz
besteht. Seine Flächen sind uneben. Im k. k. Universitäts-Mineraliencabinete.
3. Pyromorphit nach Bleiglanz. Pseudomorphosen dieser
Substanz nach Bleiglanzwürfeln wurden schon von Zippe beschrieben.
In der Sammlung des böhmischen Museums befindet sich
aber auch eine Druse von Bleiglanz (Oktaeder und //. 0), deren
Krystalle tlieils nur mit einer kleintraubigen Binde von bräunlichgrauem
Pyromorphit überzogen, tlieils auch ganz in eine poröse Pyromorphitmasse
von gelblichgrauer Farbe umgewandelt sind. Hie
und da liegen in denselben noch kleine unveränderte Bleiglanzpartien.
Die umgewandelten Oktaeder haben eine sehr unebene, kleintraubige
Oberfläche und abgerundete gekrümmte Flächen.
4. Braunspath nach Weissbleierz. Auf einer Druse von
auf Bleiglanz aufsitzenden Quarzkrystallen bemerkt man nebst einzelnen
Bleiglanzhexaedern einige ‘/, — : s / 4 " grosse Krystalle von
der Form des Weissbleierzes, aber mit unebenen feindrusigen Flächen
und zugerundeten Kanten. Der Querbruch zeigt, dass es nur
eine dünne sehr feinkörnige Schale ist, welche die Krystallform an
sich trägt, mit dieser hängt nur an einzelnen Stellen ein ganz unregelmässiger
, aus derselben Substanz bestehender Kern, der im Querbruche
sehr feinkörnig und porös ist, zusammen. Bei starker Vergrösserung
erkennt man deutlich die rhomboedrische Form einzelner
kleiner Individuen. Die chemische Untersuchung wies nach, dass
sie aus Braunspath bestehen. — In der ausgezeichneten Mineraliensammlung
des Herrn Prälaten am Strahof, Dr. Zeidler.