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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  das  Gefrieren  des  Wassers  im  luftverdünnten  Raume.  531

suche,  oder  ein  minder  kräftiges  Absorptionsmittel.  Da  es  nicht  in
meiner  Absicht  lag,  die  Körper  in  Bezug  auf  ihr  Absorptionsvermögen ­
  gegen  Wasserdunst  zu  untersuchen,  so  wurde  bei  den  folgenden ­
  Versuchen  ein  etwas  grösserer  Luftdruck  angewendet.
Als  der  Barometerstand  6  Mm.  betrug,  trat  das  Gefrieren  nach
20  Minuten  ein  (2);  bei  einem  Barometerstände  von  12  Mm.  erst
nach  35  Minuten  (3).
Schon  diese  beiden  Versuche  zeigen  deutlich,  dass  die  von
Confiliachi  ausgesprochene  und  jetzt  noch  allgemein  getheilte
Meinung,  es  sei  eine  Verminderung  des  Druckes  bis  mindestens  2  Mm.
nothwendig,  um  das  Wasser  unter  den  gegebenen  Umständen  zum
Gefrieren  zu  bringen  nicht  richtig  ist,  indem  diese  Erscheinung
auch  bei  einem  weit  grösseren  Drucke,  dann  aber  später  eintritt.

Um  nun  die  Grenze  des  Druckes  zu  bestimmen,  bei  welcher
unter  gegebenen  Umständen  das  Wasser  nicht  mehr  gefriert,  wurde
der  Versuch  bei  einem  Barometerstände  von  36  Mm.  begonnen
(4)  .  Das  Wasser  (11  Grammen)  hatte  17°,  die  äussere  Luft  18°.
Nach  80  Minuten  war  die  Temperatur  bis  auf  -j-4  gesunken,  da
sie  aber  selbst  nach  einer  Stunde  nicht  weiter  sank,  so  wurde
der  Druck  um  10  Mm.  vermindert.  Nach  einer  Stunde  betrug  die
Temperatur  1-8°  blieb  aber  hier  stationär,  es  wurde  daher  bis
auf  18  Mm.  gepumpt,  worauf  die  Temperatur  in  35  Minuten  bis
auf  —1°  herab  gesunken  war.
Es  war  nun  nöthig,  gleich  mit  einem  Drucke  von  18  Mm.  zu
beginnen,  die  Temperatur  des  Wassers  betrug  vor  dem  Versuche  17°
(5)  .  Unter  diesen  Umständen  sank  die  Temperatur  nach  30  Minnten
bis  0°  und  nach  weiteren  30  Minuten  bis  —  1°,  wo  sie  30  Minuten
später  noch  stehen  blieb.  Es  sinkt  also  die  Temperatur  des  Wassers
selbst  bei  einem  Stande  der  Barometerprobe  von  18  Mm.  innerhalb
einer  Stunde  unter  0°.  Bei  15  Mm.  Druck  sank  sie  in  i l / 2  Stunde
von  18"  bis  auf  —  3°  (6).
Als  ein  Thermometer  unter  dem  Recipienten  frei  aufgehängt  und
dessen  Cylinder  mit  einem,  in  Wasser  getränkten  Schwamme  umwickelt
war,  sank  die  Temperatur  von  14°  auf  —10°,  obwohl  die  Barometerprobe
  auf  40  Mm.  stand  (7).
Aus  diesen  Versuchen  geht  mit  Bestimmtheit  hervor,  dass  zum
Gefrierendes  Wassers  im  luftverdünnten  Raume  keine  sehr  weit  ver-
            
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