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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Schrotte  r.

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Dessungeachtet  ist  die  Wechselwirkung  der  bei  der  Eisbildung  im
luftverdünnten  Raume  thätigen  Kräfte  noch  nicht  gehörig  erörtert,
auch  sind  weder  die  Erscheinungen  beim  Gefrieren  selbst,  noch  ist
das  Verhalten  des  Eises  in  verdünnter  Luft  genügend  erforscht.  Es  ist
zwar  längst  bekannt,  dass  das  Eis  als  solches  ohne  vorher  flüssig  zu
werden,  unmittelbar  in  Gasform  übergehen  kann,  allein  es  werden
weder  einfache  und  augenfällige  Beweise  für  diese  Thatsache  angegeben, ­
  noch  ist  die  Temperatur  ermittelt,  hei  welcher  das  Eis  nicht
mehr  verdunstet.  Auch  hat  man  keine  richtige  Vorstellung  von  der
Wärmemenge,  die  beim  Verdunsten  des  Eises  gebunden  wird.
Obwohl  nun  auch  durch  die  vorliegende  Arbeit  dieser  Gegenstand ­
  nicht  vollständig  erledigt  wird,  so  enthält  dieselbe  doch  manche
Vervollständigung  und  Erweiterung  der  Beobachtungen  vonLeslie
und  Confiliachi,  so  wie  auch  das  Resultat  zu  welchem  sie  führte,
vielleicht  einiger  Aufmerksamkeit  werth  ist.
Die  bei  den  folgenden  Versuchen  gebrauchte  Luftpumpe  verdient
hier  kurz  erwähnt  zu  werden,  da  dieselbe  nach  einem  anderen,  und
wie  ich  glaube,  besseren  Systeme  als  die  bisher  üblichen  construirt
ist,  das,  soviel  mir  bekannt  noch  nirgends  beschrieben  wurde.  Dieselbe ­
  ist  von  Breton,  Mechaniker  in  Paris,  verfertigt  und  gehörte
dem,  seiner  Zeit  unter  der  umsichtigen  Leitung  des  kaiserlichen  Rathes
Reuter  stehenden  technischenCabinete  des  k.  k.polytechnischen  Institutes ­
  an.  Der  Mechaniker  hatte  sich  die  Aufgabe  gestellt,  alle  Hähne,
auch  den  Ba  bin  et’schen,  zu  vermeiden,  und  sowohl  diesen  als  die
Kegelventile  durch  ein  einziges  Schubventil,  bestehend  aus  zwei  über
einander  concentrisch  drehbaren  gut  zusammengeschliffenen  Platten
mit  geeigneten  Bohrungen  zu  ersetzen.  Diese  einfache  Vorrichtung
erfüllt  ihren  Zweck  vollkommen  und  hat  nebst  dem  Vortheile  gut  zu
schliessen,  auch  den,  leicht  zugänglich  zu  sein,  da  sie  zwischen  beiden ­
  Cylindern  angebracht  ist;  auch  unterliegt  sie  keiner  Abnützung.
Der  sonst  übliche  Hahn  unter  dem  Teller  zum  Abschluss  des  Recipienten
und  der  Barometerprobe,  auf  dessen  Vollkommenheit  Alles  ankommt,
ist  durch  eine  einfache  Vorrichtung  ersetzt,  welche,  wo  nur  immer
möglich,  statt  der  so  selten  luftdicht  schliessenden  Hähne  eingeführt
zu  werden  verdient.  Die  nebenstehende  Figur  zeigt  dieselbe  in  halber
Naturgrösse  im  Durchschnitt,  in  vielen  Fällen  könnte  sie  aber  auch  m
dieser  Grösse  sehr  zweckmässig  ausgeführt  werden.  In  die  Säule  A,
auf  welcher  der  Teller  ruht,  ist  der  Cylinder  B  so  eingeschraubt,  dass
            
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