Schrotter. Über das Gefrieren des Wassers im luftverdünnten Raume. 527
säure mit einem oder mehreren Zerlegungsproducten derselben
heraus.
6. Der Myristinsäure kommt keinesfalls die Formel C 28 H ss 0 4
sondern C 27 oder C 20 H 2e 0 4 zu, nur dem Myristin entspräche
nach Playfairs Analysen mit nicht vollkommen reiner
Substanz die Formel C 3 H 3 O a> 2 C 28 Z/ 27 0 3 .
7. Die Laurostearinsäure entspricht nach der Zusammensetzung
ihrer Salze, wirklich der bisher angenommenen Formel C 24 ZZ, 4 0 4
und das Laurostearin wird durch C 3 ZZ 3 0 2 , 2 C 24 ZZ 23 0 3 repräsentirt,
ist also saures laurostearinsaures Glycyloxyd.
Über das Gefrieren des Wassers im luftverdünnten
Raume und die dabei durch das Verdunsten des Eises
erzeugte Kälte 1 ).
Von dem w. M. Prof. A. Schrotter.
Unmittelbar nachdem Leslie’s schöne Entdeckung, die beim
Verdunsten des Wassers entstehende Kälte durch möglichste Beschleunigung
dieses Processes bis weit unter den Gefrierpunkt zu
bringen, bekannt geworden war, nämlich noch in demselben Jahre
(1811), veröffentlichte Confiliachi zu Pavia eine sehr lehrreiche
Experimental-Untersuchung über diesen Gegenstand. In Deutschland
wurde diese Arbeit durch eine gelungene freie Darstellung Gilbert’s
2 ) bekannt.
Seit dieser Zeit ist das Gefrieren des Wassers unter der Luftpumpe
neben Schwefelsäure ein gewöhnlicher Schulversuch geworden,
und die Industrie macht nun einen so umfassenden Gebrauch von diesem
Instrumente, um bei niederer Temperatur eine rasche Verdunstung
zu bewirken, dass es in derselben unentbehrlich geworden ist.
1 ) Die Hauptresultate der vorliegenden Arbeit legte ich bereits in der Sitzung
vom 18. November v. J. vor. Der für Versuche dieser Art so ausnehmend
ungünstige Winter, so wie die eingetretene Nothwendigkeit einiger Veränderungen
an der Luftpumpe, deren Ausführung sieh sehr in die Länge
zog, sind die Veranlassung, dass ich erst in dieser Sitzung das fertige
Manuscript überreichen kann.
) Dessen Annalen der Physik, neue Folge Bd. 13, S. 342 ; Bd. 43. Der
ganzen Reihe, 1813,