Über einige noch nicht beschriebene Pseudoraorphosen.
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3. Bleiglanz nach Bleispath (Sillem 1. c. Pag. 533).
4. Silber glanz nach gediegen Silber. Im böhmischen
Museum befindet sich ein etwa 5 Quadratzoll grosses, aus einem
Gemenge von Quarz, Schwefelkies und Spatheisenstein bestehendes
Stück, dessen Oberfläche mit traübigen Gestalten von prismatischem
Eisenkies, undeutlich krystallisirtem und zerfressenem Sprödglaserz,
zahlreichen kleinen Krystallen von Silberglanz und weingelben, netten
Schwerspathkrystallen (Pr. Pr. Pr-j- oo . (P -\- oo) -) bedeckt ist.
Nebstdem trägt es aber noch in Drusenräumen vielfach gebogene
und zum Theil mit einander verflochtene, lange Dräthe oder selbst
haarförmige Gestalten, die denen des gediegenen Silbers vollkommen
gleichen und dieselbe Längsstreifung wahrnehmen lassen. Eine
nähere Untersuchung zeigt aber, dass sie nicht mehr aus gediegenem
Silber bestehen, sondern aus deutlich feinkörnig zusammengesetztem
Silberglanz. Es hat also durch Aufnahme von 15 p.Ct. Schwefel
eine Umbildung des Silbers in Schwefelsilber Statt gefunden. Dass
bei dieser Massenzunahme die ursprüngliche Form vollkommen erhalten
werden konnte, wird dadurch erklärlich, dass der Überschuss
zur Bildung der zahlreichen Glaserzkrystalle verwendet wurde, mit
denen die Umgebung der Pseudomorphosen überall besetzt ist.
5. Brauneisenstein nach Kalkspath. Die schöne Mineraliensammlung
des Herrn Hofrathes Ritters v. S a c h e r - M a s o c h hierselbst
enthält eine kleine Kalkspathdruse, in welcher stumpfe linsenförmig
zugerundete und den Axenkanten von R parallel gestreifte
Rhomboeder (R—1) so über einander gruppirt sind, dass jede dieser
Gruppen zu oberst von einem grösseren solchen Rhomboeder
dachförmig bedeckt wird.
Die Krystalle sind nicht nur von einer dünnen Haut dichten
Brauneisensteins ringsum überzogen, sondern dieser dringt auch
überall zwischen die Theilungsflächen ein. Entfernt man die Brauneisensteinrinde,
so kömmt darunter der rauhe, nach den Theilungsrichtungen
rissige Kalkspath zum Vorschein.
Die Unterseite der Druse ist theil weis 6 mit zellig durchwachsenen,
sehr dünnen rhomboedrischen Krystallen bedeckt, welche
aber in ihrer ganzen Masse durch Brauneisenstein ersetzt worden
sind.
6. Nadeleisenerz nach Schwerspath. An einem in der
böhmischen Museums-Sammlung befindlichen Handstücke trägt eine