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I 1 o h 1.
So z. B. die. von Dumas und Stass zuerst beobachtete Zerlegung
des Glycerins durch Ätzkali 1 ), wobei sich Formylsäure und
Acetylsäure bilden, Sauerstolt'aufgenommen und Wasserstoff frei werden
soll. Ich kann nicht umhin zu bemerken, dass das Verhalten des
mit salpetersaurem Silberoxyd erhaltenen Niederschlages in der zersetzten
Masse, von den französichen Chemikern für formylsaures Silberoxyd
gehalten, mit jenem der Silherverbindung von Gottlieb’s
Metacetonsäure übereinstimmt, welche von Frankl and und Kolbe 2 )
dann Guckelberger 3 ) näher studirt wurde, so dass auch die Bildung
der Metacetonsäure bei dem in Rede stehenden Processe sehr
wahrscheinlich wird. In der That sind:
4 0 3 H s 0 S + HO = 0 6 1h 0, + 0 4 H, 0 3 + 0 2 HO, + // 4
Glycyloxyd Metacetonsäure Acetylsäure Formylsäure.
Die Bildung der Metacetonsäure bei der Einwirkung des Ätzkalis
auf Glycerin, gewinnt dadurch an Wahrscheinlichkeit, dass wie R e fite
nba eher 4 ) fand, das Glycerin nach monatlangem Stehen mit
Hefe an der Luft bei 20 bis B0°, unter schwacher Gas-Entwicklung
und gleichzeitiger Bildung von Acetylsäure, ebenfalls Metacetonsäure
liefert. Sollte der hierbei stattfindende Process etwa folgender sein?
40 3 H, 0 3 -1- 0 B =0, 1h 0 3 + C 4 11, 0 3 + 4 HO + 2CO,
Glycyloxyd Metacetonsäure. Acetylsäure.
Ebenso hätte man für die Zerlegung des Glycerins mittelst Salpetersäure
in Oxal - und Kohlensäure:
C s 11, 0 2 , HO + 6(HO, NO,) = 0, 0 3 +00 2 + 107/0 + 61V0 4 .
Es folgt somit aus dem Vorhergehenden, dass statt der neuerer
Zeit gebrauchten Äquivalente sowie Formeln der Glycylverbindungen
mit gleichem Rechte für das
Glycyl = 0 3 H,,
Glycyloxyd = 0 3 H, 0,,
Glycyloxydhydrat . . . — C,H, 0 3 , HO
geschrieben werden könne.
*) Annales de chimie et de pliysique. Tome 73, pag. 148.
3 ) The London and Edinbourgli philosophical Magazine and Journal of Science.
Tom. 31, pag. 266.
3 ) Annalen der Chemie und Pharmacie. 64. Band, pag. 39.
4 ) Annalen der Chemie und Pharmacie, 57. Band, Seite 174.