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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Revision  der  bisherigen  Analysen  einiger  Bestandtheile  der  Fette.  493

fordert  77-99  Procente  zweibasig  phosphorsaures  Bleioxyd,  und  kann
wieder  durch
2(PbO,  C,  // 3  0*)  HO,  PO 5
substituirt  werden.
Die  Glycylphosphorsäure,  bis  jetzt  mit  C' n  H a  O ä ,  HO,  P0- a
bezeichnet,  wird,  dem  Obigen  consequent,  für  Glycerin  C 3  H 4  0 3
gesetzt,  durch
2C s  lh  0 3 ,  HO,  PO 5
ausgedrückt,  ist  sonach  strenge  genommen  dreibasig  phosphorsaures
Glycyloxydhydrat.
Die  allgemeine  Formel  für  die  Verbindungen  des  phosphorsauren
Glycerins  ist  sonach
2(jR0,  C 3  H 3  0 a )  HO,  PO 5 ,
in  welcher  Ä0  irgend  eine  Basis,  aus  einem  Äquivalente  eines  Grundstoffes ­
  und  einem  Äquivalente  Sauerstoff  bestehend,  vorstellt.  Es  zeigt
sich  somit  auch  hier,  wie  bei  den  Verbindungen  des  schwefelsauren
Glycyloxydes,  dass  das  Glycyloxyd  mit  einem  Äquivalente  einer  anderen ­
  Basis  sich  zu  einer  zusammengesetzten  Basis  verbinden  kann,
welche  ihrerseits  wieder  die  Bolle  einer  einfachen  spielt.
Eine  von  Pelouze  etwas  genauer  untersuchte  Verbindung  des
Glycerins  mit  Brom,  wofür  er  die  Formel  C 6  // u  0 5  Br«  fand,  ist
nicht  geeignet  um  daraus  über  die  Zusammensetzung  und  das  Äquivalent ­
  des  Glycerins  einen  Schluss  zu  ziehen,  da  einerseits  diese
Formel  aus  den  Daten  der  Analysen  mittelst  der  älteren  Äquivalente
des  Broms  und  Kohlenstoffes  gerechnet,  jedoch  bloss  das  Resultat  der
Rechnung  veröffentlicht  wurde;  andrerseits  Pelouze  selbst  gesteht, ­
  dass  die  Verbindungen  des  Broms  mit  dem  Glycerin  ihren  Eigenschaften ­
  und  ihrer  Zusammensetzung  nach  eine  neue  Untersuchung
erfordern  >)•
Die  übrigen  Erscheinungen  und  Umwandlungen,  welche  das
Glycerin  zeigt  und  zu  erleiden  fähig  ist,  lassen  sich  ebenso  gut  nach
der  Formel  C 6  H s  O ö  als  nach  C«  // 4  0 3  erklären.

*)  Pelouze  et  Fremy:  Cours  de  chimie  generale.  Paris  1S50.  Tome  III,
pag.  589,  wo  es  heisst:  „Les  compeses  bromes  ainsi  obtenus  ont  quelque
analogie  avec  le  choral  et  le  chloroforme,  mais  leurs  proprietes  et  leur  composition
  reclament  une  nouvelle  etude.
            
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