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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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P  o  h  1.

nach  welcher  Schreibweise,  das  Glycyloxyd  zu  C 3  H 3  0 3  angenommen, ­
  der  glycylschwefelsaure  Kalk  eine  Verbindung  von  einem  Äquivalente ­
  Kalk  und  zwei  Äquivalenten  Glycyloxyd  als  Basen,  dann  einem
Äquivalente  Wasser  und  zwei  Äquivalenten  Schwefelsäure  als  Säuren
wäre.  Drittens  endlich  könnte  man  für  die  in  Rede  stehende  Verbindung ­
  schreiben:
(CaO,  C\H 3  0 3 )  (C 3  H 3  0 2 ,  HO)  2  S0 3 ,
das  heisst,  sie  als  eine  Doppelverbindung  von  schwefelsaurem  Glycyloxydhydrat,
  mit  schwefelsaurem  Glycyloxydkalk  betrachten,  welch’
letztere  Anschauungsweise  die  Richtigste  zu  sein  scheint.
Die  äusserst  leichte  Zerlegbarkeit  der  Verbindung  spricht  liiefür,
da  schon  ein  Überschuss  der  Basis  Kalk  den  glycylschwefelsauren
Kalk  zerlegt.
Die  Glycylschwefelsäure  nach  Pelouze  gleich  C 6  H s  0 B ,
2  S0 3 ,  in  welcher  die  Schwefelsäure  mittelst  der  gewöhnlichen
Reactionen  nicht  nachgewiesen  werden  kann,  und  die  sich  beim  Abdampfen ­
  im  luftleeren  Raume  in  Glycerin  und  Schwefelsäure  zerlegt,
kann  eben  so  gut  durch  die  Formel:
(C 3  H 3  0 3 ,  HO)  S0 3  =  C 3  H k  0 3 ,  S0 3 ,
also  als  schwefelsaures  Glycyloxydhydrat  dargestellt  werden.  In  der
zusammengesetzten  Basis  C 3  H s  0 3  ,HO,  lässt  sich  jedoch  das  Wasser
durch  andere  Basen  ersetzen,  und  es  entstehen  so  die  zusammengesetzten ­
  Basen  t 3  H 3  0»,  CaO;  C 3  H 3  0 2 ,  BuO;  C 3  H 3  0 a ,
PbO  etc.,  welche  sich  ihrerseits  mit  Schwefelsäure  verbinden,  und
dann  mit  dem  schwefelsauren  Glycyloxydhydrat,  den  schwefelsauren ­
  Glycyloxydkalk;  schwefelsauren  Glycyloxyd-Baryt  etc.,  gewöhnlich ­
  glycylschwefelsaurer  Kalk,  Baryt,  Strontian  etc.  genannt,  bilden.
Die  Wahrscheinlichkeit  der  Existenz  solcher  Verbindungen  von
Glycyloxyd  mit  Metalloxyden  zu  zusammengesetzten  Basen,  welche,
wie  ich  hier  annehme,  die  Rolle  von  Paarlingen  spielen,  tritt  um
so  mehr  hervor,  wenn  man  sich  erinnert,  dass  das  Glycerin  in
der  That  nicht  nur  Metalloxyde,  sondern  auch  bereits  viele  Salze
in  nicht  unbeträchtlicher  Menge  zu  lösen  im  Stande  ist,  und  dass
Chevreul  ‘)  wirkliche  Verbindungen  des  Glycerins  mit  Baryt,
Strontian  und  Kalk  darstellte,  die  selbst  durch  Kohlensäure  nicht
fällbar  waren.

*)  Recherches  chimiques  sur  les  corps  gras  d'origine  animale.  Paris  1823 ;
pag.  357  ct  sqts.
            
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