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P o h 1.
nach welcher Schreibweise, das Glycyloxyd zu C 3 H 3 0 3 angenommen,
der glycylschwefelsaure Kalk eine Verbindung von einem Äquivalente
Kalk und zwei Äquivalenten Glycyloxyd als Basen, dann einem
Äquivalente Wasser und zwei Äquivalenten Schwefelsäure als Säuren
wäre. Drittens endlich könnte man für die in Rede stehende Verbindung
schreiben:
(CaO, C\H 3 0 3 ) (C 3 H 3 0 2 , HO) 2 S0 3 ,
das heisst, sie als eine Doppelverbindung von schwefelsaurem Glycyloxydhydrat,
mit schwefelsaurem Glycyloxydkalk betrachten, welch’
letztere Anschauungsweise die Richtigste zu sein scheint.
Die äusserst leichte Zerlegbarkeit der Verbindung spricht liiefür,
da schon ein Überschuss der Basis Kalk den glycylschwefelsauren
Kalk zerlegt.
Die Glycylschwefelsäure nach Pelouze gleich C 6 H s 0 B ,
2 S0 3 , in welcher die Schwefelsäure mittelst der gewöhnlichen
Reactionen nicht nachgewiesen werden kann, und die sich beim Abdampfen
im luftleeren Raume in Glycerin und Schwefelsäure zerlegt,
kann eben so gut durch die Formel:
(C 3 H 3 0 3 , HO) S0 3 = C 3 H k 0 3 , S0 3 ,
also als schwefelsaures Glycyloxydhydrat dargestellt werden. In der
zusammengesetzten Basis C 3 H s 0 3 ,HO, lässt sich jedoch das Wasser
durch andere Basen ersetzen, und es entstehen so die zusammengesetzten
Basen t 3 H 3 0», CaO; C 3 H 3 0 2 , BuO; C 3 H 3 0 a ,
PbO etc., welche sich ihrerseits mit Schwefelsäure verbinden, und
dann mit dem schwefelsauren Glycyloxydhydrat, den schwefelsauren
Glycyloxydkalk; schwefelsauren Glycyloxyd-Baryt etc., gewöhnlich
glycylschwefelsaurer Kalk, Baryt, Strontian etc. genannt, bilden.
Die Wahrscheinlichkeit der Existenz solcher Verbindungen von
Glycyloxyd mit Metalloxyden zu zusammengesetzten Basen, welche,
wie ich hier annehme, die Rolle von Paarlingen spielen, tritt um
so mehr hervor, wenn man sich erinnert, dass das Glycerin in
der That nicht nur Metalloxyde, sondern auch bereits viele Salze
in nicht unbeträchtlicher Menge zu lösen im Stande ist, und dass
Chevreul ‘) wirkliche Verbindungen des Glycerins mit Baryt,
Strontian und Kalk darstellte, die selbst durch Kohlensäure nicht
fällbar waren.
*) Recherches chimiques sur les corps gras d'origine animale. Paris 1823 ;
pag. 357 ct sqts.