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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Revision  der  bisherigen  Analysen  einiger  Bestandteile  der  Fette.  487
Erfahrungen  über  die  Natur  der  fetten  Körper,  wurde  ich  auf  den  Gedanken ­
  gebracht,  ob  nicht  vielleicht  auch  dem  Glycerin  oderGlycyloxydhydrat,
  der  Basis  der  gewöhnlichen  fetten  Körper,  eine  andere
chemische  Formel  entspräche  als  man  bisher,  aus  dem  älteren  Äquivalente ­
  des  Kohlenstoffes  abgeleitet,  dafür  annahm.  Es  entstanden  so  die
zunächst  folgenden  Betrachtungen  über  das  Glycerin,  welche  mich,
um  noch  weiters  eine  Controle  für  die  Richtigkeit  meiner  Annahmen
zu  haben,  zwangen,  auch  die  wichtigsten  der  bis  jetzt  bekannten
Fettsäuren  und  ihre  Verbindungen  einer  Discussion  und  abermaligen
Berechnung  ihrer  Formeln,  mit  dem  Äquivalente  des  Kohlenstoffes
gleich  6'00,  zu  unterziehen.
Für  meinen  Zweck  erschien  die  Vornahme  neuer  Analysen  der
besprochenen  Verbindungen  kaum  wünschenswerth,  da  viele  der
bereits  von  verschiedenen  Forschern  gefundenen  procentisclien  Zusammensetzungen, ­
  so  gut  unter  einander  stimmen,  dass  wiederholte
Analysen,  ohne  Voraussetzung  etwa  gänzlich  verschiedener  Darstellungsweisen ­
  der  zu  untersuchenden  Substanzen,  nur  wieder  Zahlen
innerhalb  der  Fehlergrenzen  der  bereits  ermittelten  geliefert  hätten.
Nach  der  Art,  wie  ich  zur  vorliegenden  Arbeit  geführt  wurde,  und  meiner ­
  sehr  in  Anspruch  genommenen  Zeit  wegen,  konnte  es  aber  schon
im  Vorhinein  nicht  meine  Absicht  sein,  zeitraubende  Versuche  vorzunehmen; ­
  —  mögen  doch  bald  dort,  wo  zur  Constatirung  des  einen
oder  anderen  Ausspruches  noch  Versuche  nötliig  erscheinen,  dieselben ­
  mit  gehöriger  Umsicht  und  mit  besseren  Kräften  als  die  mehligen ­
  sind,  angestellt  werden,  um  endlich  einmal  über  die  Anzahl  und
Zusammensetzung  der  Fettsäuren  ins  Reine  zu  kommen.
Um  jedem  Missverständnisse  vorzubeugen,  sei  bemerkt,  dass  ich
die  im  Folgenden  geführten  Rechnungen  alle  mit  Hilfe  von  Weber’s
Tabellen  ')  und  den  in  selben  gegebenen  Äquivalenten  der  Grundstoffe ­
  ausführte.
I.  Glycyloxydhydrat.
Das  Glycerin  wurde  zuletzt  und  am  genauesten  von  Pel  o  u  z  e
untersucht.  Dieser  Chemiker  erhielt  bei  der  Analyse  von  durch
mehrere  Stunden  im  luftleeren  Raume  bei  100°  C.  getrocknetem  Glycerin, ­
  das  bei  15<>  C.  die  Dichte  1  ‘28  besass  a )  aus:

)  Weber’s  Atomgewichts-Tabellen,  gr.  8.  Braunsclnveig  1852.
)  Annales  de  chimie  et  de  physique,  Tome  63,  pag.  14.
            
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