Setzung dieser Säure wird durch C 36 // 30 0 4 = HO, C M // 85 O s
ausgedrückt. Die Stearinsäure, eine der am häufigsten und in grösster
Menge vorkommenden Fettsäuren, welche ihrem chemischen und
physikalischen Verhalten nach als Typus derselben gelten kann,
passt somit auch ihrer Zusammensetzung nach 36 (C*,//) 0 4 , unter
die allgemeine Form n (C, H) 0 4 der Fettsäuren. Ferner ist die
normale Formel der stearinsauren Salze R 0, C se H ib 0 3 ; die Stearinsäure
bildet also vorzugsweise neutrale Salze.
Die sogenannte Margarinsäure: C 84 #.4 0 4 , wie man bisher
glaubte, ist ein blosses Gemenge von Stearinsäure und Palmitinsäure,
welche letztere Säure somit nicht nur im Palmöl, Olivenöl, Mandelöl
und anderen Pflanzenfetten, sondern auch im Hammeltalg, Menschenfett,
Schweinfett etc. vorkommt, und gleichfalls einenTheil der Destillationsproducte
der Stearinsäure, des Myricins etc. bildet.
Eben so sind: die Stearophansäure als Stearinsäure und die
Anthropinsäure als Gemenge von Stearinsäure mit Palmitinsäure
erkannt.
Endlich wurde die durch Einwirkung von Alkalien und Kalk auf
Eläinsäure und Eläidinsäure entstehende, von V arr ent rapp *) Olidinsäure
genannte Verbindung, von Heintz 2 ) faktisch als Palmitinsäure
nachgewiesen, nachdem bereits früher Brodie 3 ) es mehr als
wahrscheinlich gemacht hatte, dass die Olidinsäure nichts als Palmitinsäure
sei.
Bei Zusammenstellung der eben angeführten Thatsachen behufs
meiner Vorlesungen über specielle technische Chemie am k. k. polytechnischen
Institute und bei Combinirung derselben mit unseren übrigen
*) Annalen der Chemie und Pliarmacie, 35. Band, Seite 210.
2 ) Poggendorff’s Annalen, 84. Band, Seite 252.
a ) Philosophical Transactions of the Royal Sociely ol’ London. 1849. Part I.
pag. 99. l)a ich die betreffende Stelle Brodie’s nur im Originale fand, so
mögen seine eigenen Worte, 2 Jahre vor II e i n tz’s Aufsatz gedruckt, hier
Platz linden: ßrodie sagt nämlich hei Besprechung der Palmitinsäure, erhalten
bei der Destillation des Myricins:
„This acid appears also to be the same as the acid obtained hy
Varr en trapp from the oxidation of oleic acid hy means of lime and potash,*
which also liad the melting-point of 62° C. The silver determinations
of this acid gave as the per-centage of silver:
29*27; 29*45; 2913;
numbers identical with my own.”