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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Setzung  dieser  Säure  wird  durch  C 36  // 30  0 4  =  HO,  C M  // 85  O s
ausgedrückt.  Die  Stearinsäure,  eine  der  am  häufigsten  und  in  grösster
Menge  vorkommenden  Fettsäuren,  welche  ihrem  chemischen  und
physikalischen  Verhalten  nach  als  Typus  derselben  gelten  kann,
passt  somit  auch  ihrer  Zusammensetzung  nach  36  (C*,//)  0 4 ,  unter
die  allgemeine  Form  n  (C,  H)  0 4  der  Fettsäuren.  Ferner  ist  die
normale  Formel  der  stearinsauren  Salze  R  0,  C se  H ib  0 3 ;  die  Stearinsäure ­
  bildet  also  vorzugsweise  neutrale  Salze.
Die  sogenannte  Margarinsäure:  C 84  #.4  0 4 ,  wie  man  bisher
glaubte,  ist  ein  blosses  Gemenge  von  Stearinsäure  und  Palmitinsäure,
welche  letztere  Säure  somit  nicht  nur  im  Palmöl,  Olivenöl,  Mandelöl
und  anderen  Pflanzenfetten,  sondern  auch  im  Hammeltalg,  Menschenfett, ­
  Schweinfett  etc.  vorkommt,  und  gleichfalls  einenTheil  der  Destillationsproducte
  der  Stearinsäure,  des  Myricins  etc.  bildet.
Eben  so  sind:  die  Stearophansäure  als  Stearinsäure  und  die
Anthropinsäure  als  Gemenge  von  Stearinsäure  mit  Palmitinsäure
erkannt.
Endlich  wurde  die  durch  Einwirkung  von  Alkalien  und  Kalk  auf
Eläinsäure  und  Eläidinsäure  entstehende,  von  V  arr  ent  rapp  *)  Olidinsäure
  genannte  Verbindung,  von  Heintz  2 )  faktisch  als  Palmitinsäure ­
  nachgewiesen,  nachdem  bereits  früher  Brodie  3 )  es  mehr  als
wahrscheinlich  gemacht  hatte,  dass  die  Olidinsäure  nichts  als  Palmitinsäure ­
  sei.
Bei  Zusammenstellung  der  eben  angeführten  Thatsachen  behufs
meiner  Vorlesungen  über  specielle  technische  Chemie  am  k.  k.  polytechnischen ­
  Institute  und  bei  Combinirung  derselben  mit  unseren  übrigen

*)  Annalen  der  Chemie  und  Pliarmacie,  35.  Band,  Seite  210.
2 )  Poggendorff’s  Annalen,  84.  Band,  Seite  252.
a )  Philosophical  Transactions  of  the  Royal  Sociely  ol’  London.  1849.  Part  I.
pag.  99.  l)a  ich  die  betreffende  Stelle  Brodie’s  nur  im  Originale  fand,  so
mögen  seine  eigenen  Worte,  2  Jahre  vor  II  e  i  n  tz’s  Aufsatz  gedruckt,  hier
Platz  linden:  ßrodie  sagt  nämlich  hei  Besprechung  der  Palmitinsäure,  erhalten ­
  bei  der  Destillation  des  Myricins:
„This  acid  appears  also  to  be  the  same  as  the  acid  obtained  hy
Varr  en  trapp  from  the  oxidation  of  oleic  acid  hy  means  of  lime  and  potash,*
  which  also  liad  the  melting-point  of  62°  C.  The  silver  determinations
  of  this  acid  gave  as  the  per-centage  of  silver:
29*27;  29*45;  2913;
numbers  identical  with  my  own.”
            
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