Polil. Revision der bisherigen Analysen einiger ßestandtlieile der Fette. 4SI)
gungen, die sich durch einen Mechanismus nicht darstellen lassen,
nützliche Dienste leisten.
Herr W. Prokesch, Optiker in Wien, Laimgrube Nr. 46,
verfertiget derlei Apparate mit grösster Präcision und liefert auf Verlangen
auch Bilder hiezu.
Revision der bisherigen Analysen einiger Bestandtlieile
der Fette.
Von Dr. J. J. Pohl.
Seit den neuesten Arbeiten von Heintz ') über die Zusammensetzung
mehrerer Fett-Arten, durch welche eben so wichtige als überraschende
Resultate gewonnen wurden, ist gewiss die Aufmerksamkeit
vieler Chemiker abermals auf diese Bestandtlieile des Pflanzenund
Thierkörpers gerichtet. Vor kurzem noch lehrte uns fast jede
Untersuchung von Fett-Arten, neue Fettsäuren kennen, wodurch
das Studium derselben äusserst erschwert wurde; jetzt ist durch
Görgey a ), der die Identität der Cocinsäure von Bromeis 3 ) mit
der Laurostearinsäure zeigte, und auf die wahrscheinliche Nicht-Existenz
der Cocinsäure von Saint-Evre 4 ) im gewöhnlichen Cocosnuss-Ol
hinwies, ferner eben durch Heintz, eine Reduction der
Anzahl bisher bekannter Fettsäuren erfolgt, und dadurch die complicirte
Zusammensetzung mancher Fette auf eine weit einfachere
zurückgeführt worden. Die wichtigsten Resultate dieser neueren Forschungen,
welche hier unmöglich übergangen werden können, sind :
Der Stearinsäure, bereits von Redtonbacher 5 ) sorgfältig
untersucht, kommt nicht die Formel C 08 // os 0 6 zu, wie man bisher in
folge der Benutzung eines fehlerhaften Äquivalentes des Kohlenstoffes,
zur Berechnung desselben annahm, sondern die richtige Zusammen-')
Poggendorff’s Annalen, 84. Band, Seite 221 und 238; S7. Band, Seite 21
und 553.
) Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften, 1. Band, Abtlieilung
2, Seite 37.
) Annalen der Chemie und Pharmacie, 35. Band, Seite 277.
) AnnaUus de chimie et de physique, III. serie, t. 20, pag. 91.
) Annalen der Chemie und Pharmacie, 35. Band, Seite 46.