484 Uchatius. Apparat zur Darstellung beweglicher Bilder an der Wand.
Die Bilder a, a . . . , sind transparent gemalt, und in aufrechter
Stellung im Umfange eines Kreises, so nahe wie möglich an einander in
dem hölzernen Schieber A, eingesetzt. Vor jedem Bilde ist eine
Objectivlinse b, b. . . . , angebracht, welche mittelst eines Charniers
und einer Stellschraube, gegen das Centrum des Apparates zu, geneigt
werden kann. Die Neigung sämmtlicher Objectivlinsen wird so gegeben,
dass sich ihre optischen Axen in jener Entfernung, in welcher
das Bild entsteht, schneiden.
Es folgt daraus, dass alle Bilder an ein und derselben Stelle
der Wand MV, erscheinen müssen.
Der Beleuchtungs-Apparat besteht aus einem im Knallgasstrome
glühenden Kalkcylinder, B, und der Sammellinse C, welche etwas
convergirende Strahlen liefert und nur immer Ein Bild zu gleicher
Zeit beleuchtet. Das Licht wird durch einen einfachen Mechanismus
mittelst der Kurbel D, nach Bedarf schneller oder langsamer im
Kreise herumgeführt, wobei der Beleuchtungs-Apparat seine aufrechte
Stellung durch seine eigene Schwere behält, indem er an dem
Stifte c, leicht beweglich aufgehängt ist. Die beiden elastischen
Gaszuleitungsröhren d und e bewegen sich durch den durchbrochenen
Boden des Kastens auf und ah. Die Bleimasse E, dient als Gegengewicht
dos Beleuchtungs-Apparates.
Der Erfolg leuchtet nun von selbst ein. Die nach einander
beleuchteten Bilder lösen sich an der Wand auf dieselbe Art, wie
die sogenannten dissolving-views, nur weit schneller, ab, und
bringen hiedurch vollkommen den Elfect eines beweglichen Bildes
hervor. Die Grösse des Bildes erleidet keine Beschränkung, durch
Spalten, die Deutlichkeit wird nicht beeinträchtigt, da keine Bewegung
der Objectbilder stattfindet.
Die bisher erzeugten Apparate waren nur für 12 Objectbilder
eingerichtet; es unterliegt aber auch keinen unübersteiglichen
Hindernissen, einen derlei Apparat mit 100 Bildern zu construiren,
wodurch ein bewegliches Tableau mit einer Handlung von Minute
Dauer dargestellt werden könnte.
Der Apparat würde nicht mehr als 6 Fuss Höhe erfordern.
Für öffentliche Vorlesungen über Physik dürfte dieser Apparat
nicht nur seines Principes wegen selbst, sondern auch noch zur deutlichen
Versinnlichung der Schallwellen, und überhaupt aller Bewe-