Apparat zur Darstellung beweglicher Bilder an der Wand.
483
deutliche Bilder zu erzielen sind. Dieser Übelstand, so wie auch der,
dass die Bilder der Stampfer’schen Scheibe nur klein, und bloss dem
Einzelnen zu gleicher Zeit sichtbar, ausgeführt werden können,
sollte vermieden werden.
Ich construirte zuerst den Apparat, Fig. 3, welcher das Princip
der Stampfer’schen Scheibe beinahe unverändert in sich trug:
Die Bilder a, a . . ., transparent gemalt, waren auf einer
Scheibe A, im Kreise mit gleichen Zwischenräumen angebracht, und
das unterste derselben durch die Lampe S und Beleuchtungslinse B
von rückwärts beleuchtet. Eine zweite Scheibe C erhielt die vor
jedem Bilde angebrachten Spalten, b, b. ... , welche den Spalten
in der Stampfer’schen Scheibe entsprachen. Beide Scheiben waren
an die gemeinschaftliche Achse D, gesteckt, und wurden durch die
Kurbel E bewegt. Die Spalte c entsprach der Pupillenöffnung, das
achromatische Objectiv F der Krystallinse im Auge. Letzteres war
in einer Hülse verschiebbar, um das Bild scharf einstellen zu können.
Die Fläche G endlich vertrat die Stelle der Netzhaut.
Bei Umdrehung der Scheiben entstanden die nach einander
folgenden Bilder in kurzen, für das Auge unmerkbaren Unterbrechungen
eben so auf der Wand G, wie sie hei der Stampfer’schen
Scheibe auf der Netzhaut entstehen.
Der Apparat lieferte ganz nette bewegliche Bildchen, deren
Grösse aber höchstens auf 6 Zoll Durchmesser gesteigert werden
konnte; da bei grösserer Entfernung der Wand G, die Bilder, der
Spalten wegen zu lichtarm wurden, eine Vergrösserung der Spalten
aber eine grössere Undeutlichkeit nach sich zog.
Ein objectives bewegliches Bild war jedoch bereits erreicht,
welches von einer grösseren Anzahl Personen gleichzeitig gesehen
werden konnte; es blieb indessen noch immer der Wunsch übrig,
dieses Bild in geeigneter Grösse an der Wand produciren, und es so
einem grossen Auditorium zeigen zu können.
Der oben angeführte erste Versuch hatte deutlich gezeigt, dass
bei Anwendung von Spalten niemals an ein grosses Bild zu denken
sei, selbst wenn die stärksten Lichtquellen zu Gebote ständen, dass
aber auch andererseits Spalten nicht zu vermeiden seien, sobald die
Ghjectbilder beweglich sind. Diese Betrachtung leitete zur Construction
des Apparates Fig. 4, welcher nun allen gestellten Forderungen
entspricht.