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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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U  c  h  a  t  i  u  s.

Apparat  zur  Darstellung  beweglicher  Bilder  an
der  Wand.
Vom  k.  k.  österreichischen  Artillcrie-Hnuptmann
Franz  Uchatius.
(Mit  I  Tafel.)
Aufgefordert  durch  den  Herrn  Feldmarschall-Lieutenant  Ritter
von  Hauslab  nachzudenken,  oh  sich  nicht  das  Princip  der  Stampfer'schen
  sogenannten  stroboskopischen  Scheibe  anwenden  liesse,
um  bewegliche  Bilder  an  der  Wand  darzustellen,  unternahm  ich  im
Jahre  1845  nachfolgende  Versuche,  deren  Resultat  ein  Apparat  ist,
mittelst  welchem  bewegliche  Bilder  an  der  Wand  in  beliebiger  Grösse
und  mit  einer  Deutlichkeit  dargestellt  werden  können,  wie  sie  die
Stampfer’sche  Scheibe  nicht  gewährt.
Die  bekannte  Täuschung  welche  mittelst  der  Stampfcr’schen
Scheibe  hervorgebracht  wird,  entsteht  dadurch,  dass  das  Auge  an
derselben  Stelle  der  Netzhaut  in  sehr  kurzen  Zwischenräumen  aufeinanderfolgende ­
  Bilder  empfängt,  welche  irgend  eine  wiederkehrende
Bewegung  in  ihren  verschiedenen  Stadien  vorstellen,  und  wodurch
ein  Effect  zu  Stande  kommt,  welcher  dem  eines  in  Bewegung  begriffenen ­
  Bildes  gleich  kommt.
Lässt  man  den  Spiegel,  der  nur  dazu  dient  um  das  auf  der
Rückseite  der  Scheibe  gemalte  Bild  sichtbar  zu  machen,  hinweg,  und
setzt  anstatt  desselben  sogleich  das  Spiegelbild,  so  ist  der  Vorgang
bei  der  Stampfer’schen  Scheibe  ein  solcher,  wie  ihn  Fig.  1  darstellt.
Die  Bilder  a l ,  a z ,  a 3  fliehen  so  wie  die  correspondirenden
Spalten  s 1 ,  s 3 ,  s 3 ,  an  dem  Auge  des  Beobachters  vorüber.  —  Jedes
Bild  bringt  einen  Eindruck  auf  die  Netzhaut  hervor,  dessen  Dauer
durch  die  Breite  der  Spalten  und  durch  die  Öffnung  der  Pupille
begrenzt  ist.  Wäre  die  Dauer  der  Lichteindrücke  nur  momentan,  so
würden  die  Bilder  vollkommen  scharf  erscheinen,  da  aber  (Fig  2)
jeder  Punkt,  a,  des  Bildes  so  lange  sichtbar  bleibt,  bis  er  nach,  a 1 ,
und  die  Spalte  n,  nach  n 1 ,  gelangt  ist;  nämlich  bis  er  die  ganze
Breite  der  Pupillenöffnung  zurückgelegt  hat,  und  diese  Bewegung
auch  einer  Bewegung  des  Lichteindruckes  auf  der  Netzhaut  von
ß  nach  ß'  entspricht,  so  folgt  daraus,  dass  auf  diesem  Wege  niemals
            
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