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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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H  e  e  g  e  r.

Naturgeschichte  des  Hypulus  bifasciatus  Fab.
Dieser  nicht  allgemein  verbreitete  Käfer,  kommt  vorzüglich  in
den  Waldgegenden  um  Maria-Brunn  unweit  Wien  vor,  wo  er  aber
bei  Tage  nur  zufällig  gefunden  wird,  denn  er  lebt  bei  Tage  in  den
halbvermoderten  Wurzelstöcken,  gefällter  Eichen  und  kommt  im
Sommer  nur  Morgens  und  Abends  ins  Freie.
Man  findet  das  ganze  Jahr  hindurch  alle  Verwandlungszustände,
—  auch  im  Winter,  während  welcher  Zeit  alle  erstarren  —  in
einem  solchen  Stocke,  und  sind  auch  zu  Hause  (wo  ich  sie  mehrere
Jahre  beobachtete),  wenn  man  solchen  bewohnten  Holzmoder  auf  vier
bis  sechs  Zoll  Länge  ausschneidet,  in  Wald-Erde  setzt,  und  immer
mässig  feucht  hält,  nicht  sehr  schwer  zu  erziehen.
Aus  den  Eiern,  welche  im  Sommer  erst  einige  Tage  nach  der
Befruchtung,  durch  mehrere  Tage  einzeln  in  die  kleinsten  Ritze  solcher ­
  Stöcke  gelegt  werden,  entwickeln  sich  die  Larven  von  Ende  Mai
bis  Ende  August,  oder  bei  besonders  günstiger  Witterung  bis  halben
September,  zwischen  zehn  bis  vierzehn  Tagen,  die  übrige  Zeit  bleiben ­
  sie  aber  über  Winter  liegen.
Die  Larven  häuten  sich  dreimal,  im  allgemeinen  jedesmal  zwischen ­
  fünfzehn  bis  zwanzig  Tagen,  bei  trockener,  hauptsächlich  aber
bei  windiger  Witterung  oft  bedeutend  später.
Auch  die  Verwandlung  zur  Puppe,  zu  welcher  die  Larve  im
Moder  eine  eigene  Höhlung  ausnaget,  und  mit  einigen  Fäden  ausfüttert, ­
  geht  erst  vierzehn  bis  zwanzig  Tage  nach  der  dritten  Häutung
vor  sich,  und  es  dauert  oft  einen  Monat,  bis  der  Käfer  aus  der
Nymphe  ausschlüpft,  so  dass  vom  Ei  bis  zur  vollkommenen  Entwickelung ­
  des  Käfers,  im  Sommer  gewöhnlich  drei  Monate  vergehen;  bei
solchen  aber,  welche  als  Ei  oder  junge  Larven  überwintern,  dauert  es
nicht  selten  zehn  bis  eilf  Monate,  bis  daraus  der  vollendete  Käfer  entstellt-Beschreibung*.

Die  Eier  sind  perlweiss,  häutig,  glatt  und  walzenförmig,  kaum
1 / 1 "'  lang,  fast  halb  so  dick  als  lang.
Die  Larven,  wachsweiss,  sehr  fein  gerunzelt,  etwas  flach  gedrückt, ­
  werden  vier  bis  fünf  Linien  lang,kaum  y 5  so  dick;  die  12Leibesabschnitte
  fast  gleich  breit  und  gleich  lang,  sind  deutlich  eingeschnürt, ­
  der  letzte  nicht  halb  so  breit  aber  halb  so  lang  als  die  vorigen.

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