Beiträge zur Naturgeschichte der Insccten. 471
Fig. 3. Oberkiefer.
„ 4. Unterlippe.
v 5. Unterkiefer.
„ 6. Kopf , von oben.
„ 7. Vorderbein.
„ 8. Puppe von der Bauchseite.
„ 8*. Puppe vom Rücken.
„ 9. Ein Ei.
Naturgeschichte und Beschreibung der Elachista StadtmülIerella Hüb.
Die Raupen dieser kleinen, schönen Schmetterlingsart leben
minirend in den Blättern von Cornus albci und C. masculu an schattigen
und windstillen Orten, wo sie nach der dritten Häutung sich
zur Verpuppung ein flaches elyptisches Gehäuse zwischen beiden
Blatthäuten spinnen, welches durch das Kürzerwerden der eintrocknenden
Spinnfäden, die beiden besponnenen Blatthäute von den übrigen
Theilen losreisst, und so auf die Erde fällt.
Dort öffnen sie wieder das Gehäuse an einer schmalen Seite so
weit, als nötliig ist um mit dem Brustkörper herauskommen zu können,
kriechen dann mit dem Sacke än einen ihnen bequemen Ort
unter Laub oder Erde, und spinnen dann die gemachte Öffnung wieder
zu; die der zweiten Generation überwintern da als Raupen oder
auch als Puppen; es fallen aber nicht selten bei warmer Spätherbst-Witterung,
Schmetterlinge im October noch aus, welche auch an solchen
Orten sich verbergen, sich aber erst nach überstandenem Winterschlafe
im nächsten Frühlinge begatten.
Dies Letztere geschieht gewöhnlich erst gegen Ende Aprils, zu
welcher Zeit sich auch die Schmetterlinge, aus den überwinterten
Raupen und Puppen entwickeln.
Sie begatten sich Abends vor Sonnenuntergang, indem die
unbefruchteten. Weibchen auf den Blättern der Sträuche ruhig sitzen
und Männchen sulche umschwärmen, bis sie ein hierzu geneigtes
Weibchen finden.
Zwei bis drei Tage nach der Befruchtung legt das Weibchen
die Eier einzeln an die Rippen der Unterseite der Blätter, auch
oie mehr als eines an ein Blatt, und trifft man wirklich zwei Räupoben
in einem Blatte, so sind sie sicher von zwei verschiedenen
Weibchen.
Sitzb. d. mathem.-naturw. CI. X. Bd. IV. llfl.
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