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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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H  e  e  g  e  r.

Figur  8.  Fussklaue.
„  9.  Oie  Puppe.
„  1  0.  Oberlippe
„  12.  Oberkiefer
„  13.  Unterlippe
„  14.  Unterkiefer
„  15.  Hauplfliigel

Naturgeschichte  und  Beschreibung  der  Tinea,  quercicolella  Fisch.
Diese  mit  Tinea  rjranella  so  vielfältig  verwechselte  Art,  lebt
nicht  wie  jene  in  oder  von  Getreide-Arten,  sondern  wie  ich  schon
mehrmals  durch  Erziehung  der  Raupen  mich  überzeugte,  bloss  von
Baumschwämmen,  und  gehört  daher  nicht  zu  den  schädlichen
Insecten.
Sie  überwintern  als  Schmetterlinge  und  als  Raupen  (selten  als
Puppen)  in  alten  Baumstämmen  unter  Rinde  und  in  Moderlöchern,
und  kommen  oft  schon  Ende  April  zum  Vorschein;  fliegen  nicht  wie
ähnliche  Schaben-Arten  schon  vor,  sondern  immer  erst  nach  Sonnenuntergang ­
  um  sich  zu  nähren  und  des  Nachts  zu  begatten;  das  befruchtete ­
  Weibchen  legt  erst  einige  Tage  nach  der  Begattung  die
Eier  einzeln  oder  zu  sechs  bis  zehn  am  Grunde  junger,  oder  in  Ermanglung ­
  dieser,  bei  feuchter  Witterung  an  alte  Baumschwämme  ab.
Ein  Weibchen  trägt  bei  hundert  Eier,  und  gewöhnlich  bricht
die  junge  Raupe  erst  zehn  bis  vierzehn  Tage  nach  dem  Legen  aus;
sie  gehen  im  Freien,  bei  anhaltend  trockener  Witterung  häufig  zu
Grunde,  weil  sie  in  der  Jugend  nicht  Kraft  genug  haben  den  harten
Schwamm,  welcher  ihnen,  wenn  er  so  trocken  ist,  auch  wenig  Nahrungsstoff ­
  gibt,  zu  zernagen;  hei  jungen  Schwämmen,  auf  welchen
auch  noch  kein  Moos  auf  ihrer  Oberfläche  ist,  behelfen  sie  sich  damit, ­
  dass  sie  an  dessen  Grund,  am  Baumstamme  oder  unter  der
Baumrinde  Nahrung  suchen.
Nach  neun  bis  zehn  Tagen  machen  sie  die  erste,  in  gleicher
Zeit  auch  die  zweite  und  dritte  Häutung  und  nach  Verlauf  einer  ähnlichen ­
  Periode  findet  die  Verpuppung  Statt.  Unterdessen  ist  auch  der
Schwamm  unaufgehalten  in  seiner  Bildung  vorgerückt.
Zwei  bis  drei  Tage  nach  der  zweiten  Häutung  fressen  sie  sich
immer  mehr  und  mehr  in  den  Schwamm  ein,  in  welchem  sie  wie
Triplax  russica  unregelmässig  geschlängelte  Gänge  machen,  bis

des  Käfers.
            
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