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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Beiträge  zur  Naturgeschichte  der  Insecten.

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Aus  den  in  der  Gefangenschaft  gezogenen  und  zur  Verpuppung
in  die  feuchte  Erde  gegangenen  Larven  kamen  anfangs  Juli  in  der
That  die  erwähnten  Käfer  zum  Vorschein,  wodurch  meine  Vermuthung
  vollkommen  bestätigt  wurde.  Ich  sammelte  nun  frische  Larven
nährte  sie  mit  den  oben  erwähnten  Acariden  und  Physopoden  und
hatte  auf  diese  Art  Gelegenheit  die  ganze  Entwickelung  zu  beobachten. ­
  Da  ich  mit  voller  Gewissheit  ihre  Nahrung  kannte,  so  untersuchte ­
  ich  auch  andere  Pflanzen,  deren  Blätter  häufig  von  kleinen
Milben,  dem  Acarus  telarius  und  tiliarius,  angegriffen  waren  und
überzeugte  mich,  dass,  wo  derlei  Milben  vorkamen,  meistens  auch
die  Larven  dieses  kleinen  Käfers  sich  vorfanden  und  die  Milben  verzehrten; ­
  namentlich  habe  ich  dies  auf  zwei  Linden-Arten,  der  Tilia
grandifolia  und  europaea,  sowie  auf  den  Bohnen  (Faseolus)  öfter
zu  beobachten  Gelegenheit  gehabt.  Die  Gyrophaena  manca  ist
somit  ein  natürlicher  Feind  dieser,  vielen  Pflanzen  so  schädlichen
Acariden.
Zwei  bis  drei  Tage  nach  der  Begattung  legt  das  Weibchen  die
Eier  einzeln  in  bedeutenden  Zwischenräumen  an  die  mit  Acariden
besetzten  Blätter,  aus  diesen  entwickeln  sich  nach  vier  bis  acht
Tagen  die  Larven,  nähren  sich  vor  der  ersten  Häutung,  welche,  wie
die  beiden  folgenden,  nach  sechs  bis  neun  Tagen  stattfindet,  von
den  Eierchen  der  Physopoden  und  Acariden,  später  aber  von  den
Larven.  Sechs  bis  acht  Tage  nach  der  dritten  Häutung  gehen  sie
einen  halben  Zoll  tief  in  die  feuchte  Erde,  oder  suchen  sich  einen
bequemen  Ort  zur  Verwandlung  unter  faulem  Laubwerk,  wo  nach
zwei  bis  drei  Tagen  die  Puppe  und  nach  sechs  bis  acht  Tagen  das
vollkommene  Kerf  zum  Vorschein  kommt;  und  so  geschieht  es,  dass
man  den  ganzen  Sommer  hindurch  auf  einem  Baume  oder  Strauch
Larven  und  ausgebildete  Käfer  antrifft.
Obwohl  ich  die  Käfer  in  Menge  zu  finden  wusste,  so  fand  ich
sie  nicht  gesellschaftlich,  und  nur  ausnahmsweise,  wenn  ein  noch
unbefruchtetes  Weibchen  auf  einem  Blatte  war,  noch  zwei  Männchen.
So  klein  sie  sind  laufen  sie  doch  sehr  schnell,  und  fliegen  mit  ihren
kurzen  aber  breiten  Hautflügeln  ungewöhnlich  schnell,  doch  nicht
weit.
Beschreibung**
Die  Eier  sind  häutig,  weiss,  fast  walzig,  kaum  %  länger  als  dick,
fast  lang.
            
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