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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Auer.  Die  Entdeckung  des  Naturselbstdruckes

Fischschuppen  etc.  etc.,  die  so  ähnlich  befunden  wurden  „  dass
Fachmänner  und  Laien  die  Abdrücke  von  der  Originalzeichnung
des  Naturproductes  nicht  zu  unterscheiden  vermochten.  Wie  weit
diese  Entdeckung  des  Naturselbstdruckes  in  seiner  Anwendung
führe,  ist  unabsehbar.  Der  Vortragende  versichert,  dass  seit  Gutenbergs ­
  Erfindung  der  Druckkunst  keine  wichtigere  Entdeckung
gemacht  worden  sei,  und  dass  unser  Naturselbstdruck  eine  ganz
neue  Aera  in  der  Publication  und  bildlichen  Darstellung  artistischer
und  wissenschaftlicher  Gegenstände  hervorrufe.  Er  steht  wegen
seiner  Einfachheit  höher  als  der  Lichtdruck  und  die  Galvanoplastik,
denn  nur  ein  geschickter  Kupferdrucker  mit  seiner  Presse  ist  zur
Herstellung  nothwendig,  und  will  man  unzählige  Exemplare  drucken,
so  bedient  man  sich  noch  der  galvanischen  Plattenvervielfältigung.
Russland  hat  die  Galvanoplastik  im  Jahre  1837  und  Frankreich  die
Daguerreotypie  im  Jahre  1839  zur  Benützung  der  Welt  freigegeben, ­
  Österreich  hat  den  beiden  Erfindungen  nun  ein  würdiges  Seitenstück ­
  geliefert.
(Privilegirt  am  12.  October  1853,  Z.  7098.)
Seine  k.  k.  Apostol.  Majestät  haben  mit  Allerhöchstem  Handschreiben ­
  vom  29.  April  1833  in  huldreicher  Fürsorge  für  die
fortschreitende  Entwickelung  der  Kunst  und  Industrie  allergnädigst
zu  befehlen  geruht,  dass  die  vom  Director  der  Staatsdruckerei,
Regierungsrath  Alois  Auer,  in  Gemeinschaft  mit  dem  Factor  Andreas
Worring,  gemachte  und  durch  ein  Privilegium  geschützte  Erfindung
des  Naturselbstdruckes,  welche  nach  den  Allerhöchstdenselben  zugekommenen ­
  Auskünften  sich  eben  so  wichtig  als  gemeinnützig
darstellt,  zur  allgemeinen  Benützung  frei  gegeben  werde.
Verfahren.
Frage:  Wie  erlangt  man  in  einigen  Secunden  fast  kostenfrei  und  täuschend
ähnlich  von  jedem  Original  eine  Druckplatte,  ohne  eines  Zeichners
oder  Graveurs  etc.  zu  bedürfen  ?
Lösung:  Wenn  das  Original,  sei  es  eine  Pflanze,  Blume  oder  ein  Insect,  Stoff
oder  Gewebe,  kurz  was  immer  für  ein  lebloser  Gegenstand,  zwischen
eine  Kupfer-  und  eine  Bleiplatte  gelegt,  durch  zwei  fest  zusammengeschraubte ­
  Walzen  läuft.
Das  Original  lässt  durch  den  Druck  sein  Bild  mit  allen  ihm
eigenen  Zartheiten,  gleichsam  mit  seiner  ganzen  Oberfläche  auf  der
Bleiplatte  zurück.
            
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