457
SITZUNG VOM 7. APRIL 1853.
V o r t r a g.
Die Entdeckung des Naturselbstdruckes in der k. k. Ilofund
Staatsdruckerei.
Von dem w. M. Alois Auer.
Die Entdeckung des Naturselbstdruckes in der k. k. Hof- und
Staatsdruckerei, oder die Erfindung von Spitzen, Stickereien, Herbarien
und überhaupt allen Originalien und Copien, welche noch so
zarte Erhabenheiten und Vertiefungen an sich haben, durch das
Original selbst auf einfache und schnelle Weise Druckformen herzustellen,
womit man sowohl weiss auf gefärbtem Grunde drucken und
prägen, als auch mit den natürlich scheinenden Farben auf weissem
Papiere Abdrücke, dem Originale identisch gleich, gewinnen kann,
dass ferner von allen durchbrochenen gewehten Stoffen auf dieselbe
Weise Druckformen von verschiedenen Dessins zu Tonplatten und
Unterdrück erzeugt werden können, ohne dass man Zeichnung oder
Copirung auf die bisher übliche Weise benöthigt. Der Vortragende
setzt auseinander, dass er schon am 14. Juni 1849 bei einer akademischen
Commission zum ersten Male den lange gehegten Gedanken
aussprach, dass man in Zukunft bei Vervielfältigung solcher Gegenstände,
die schon einmal in der Natur etc. vorhanden sind, zur Nachzeichnung
oder Gravüre keiner Menschenhände mehr bedürfe. Zum
Beweise des Gesagten lieferte die Staatsdruckerei nach Vorlagen des
Herrn Custos Heckei Abdrücke von Versteinerungen, von Fischen,
später auf Veranlassung der Wiener Handelskammer Abdrücke verschiedener
Spitzenmuster und unter Mitwirkung des Herrn Professors
Leydolt Drucke geätzter Achate und eine Menge Pflanzen mit
und ohne Blüthen, mehrere Moosgattungen von Ritter v. Heufier,
die in einigen Tagen veröffentlicht werden, und in ornamentale Form
gelegte Gewächse vom Herrn Professor Ritter v. Perger, Insecten,
33 *