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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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D  i  e  s  i  n  g.  Charakteristik  und

den  Jahren  1847  und  1851  gemachten  Forschungen  au  einem  verwandten ­
  Thiere  ausgefüllt  und  den  Übergang  zwischen  beiden  Stufen
beobachtet.
Stein  fand  nämlich  in  der  Leibeshöhle  des  Mehlkäfers  (Tcncbrio
  molitor)  und  seiner  Larven  auf  der  Oberfläche  des  Magens  linsenförmige, ­
  sehr  plattgedrückte  Cysten  von  durchschnittlich  VW"
Durchmesser  auf  einem  soliden  spatelförmigen  Schwanz,  dessen  Ende
zwischen  den  zottenartigen  Blinddärmchen  des  Magens  festsitzt,
während  die  Cyste  frei  im  Blute  der  Leibeshöhle  schwimmt.  Die
Substanz  dieser  Cysten  gleicht  ganz  der  trüben  blasigzelligen  Masse,
aus  welcher  jene  der  Bundwürmer  des  Mehlkäfers  bestehen,  und
man  siebt  in  den  innersten  Schichten  Körner,  welche  wohl  Kalkkörnchen ­
  sein  mögen.
Der  Schwanz  besteht  aus  derselben  Substanz  wie  die  Cyste,  und
enthält  in  seiner  Axe  an  veränderlicher  Stelle  gewöhnlich  einen
helleren,  wie  es  scheint  mit  Flüssigkeit  gefüllten  Hohlraum,  der  in
keiner  Communication  mit  dem  Cysteninnern  steht.  Auf  seiner  Oberfläche ­
  erscheinen  stets  6  hornige  Häckchen,  welche  ganz  mit  jenen  der
Bandwurmembryonen  im  Ei  übereinstimmen,  regellos  zerstreut,  doch
meistens  je  2  einander  genähert.  Sehr  selten  rücken  einige  Häckchen
auf  die  Oberfläche  der  Cyste.  Der  Cystenbewohner  hat  im  Allgemeinen
die  Form  eines  Apfels  oder  einer  Melone  und  füllt  die  Höhlung  fast
genau  aus.  Von  der  äusseren  Oberfläche  betrachtet,  sieht  man  in  der
Mitte  des  vorderen  Endes  eine  trichterförmige  Vertiefung,  und  aus
dem  Innern  schimmern  die  4  Saugnäpfe  und  der  mit  Hacken  bewaffnete ­
  Büssel  hervor.
Übersieht  man  aber  den  mittleren  horizontalen  Durchschnitt,  so
überzeugt  man  sich,  dass  der  Kopf  auf  ähnliche  Weise  in  den  blasig
aufgetriebenen  Leib  zurückgezogen  ist,  wie  hei  dem  von  Siebold
beschriebenen  Parasiten.  Obwohl  Stein  das  Thier  nie  aus  der  Cyste
herauspressen  konnte,  so  dürfte  es  doch  abgesehen  von  der  Gestalt
des  Kopfes,  dem  Sieb  old’schen  ähnlich  sein.  Die  Saugnäpfe  sind
fast  kreisrund,  der  Büssel  bimförmig  und  am  Ende  mit  einem  einfachen ­
  Kranze  von  28—32  Häckchen  gekrönt,  welche  aber  nicht  bei
allen  Individnen  ausgebildet  waren,  sondern  auch  oft  fehlten  oder  in
einem  rudimentären  Zustand  sich  befanden.
In  der  trüben  Grundsubstanz  des  Leibes  sind  die  Kalkkörperchen
in  grosser  Zahl  eingebettet.  Zwischen  den  Saugnäpfen  und  dem
            
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